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Katastrophe vor den Seychellen

Die gute Nachricht zuerst: Die Mannschaft der Segelyacht „Simanderal“ konnte letzte Woche von ihrem sinkenden Boot gerettet werden.

Die Simanderal in MalaysienDie dreiköpfige (zwei Frauen und ein Mann), britische Crew der 45 Fuss Yacht „Simanderal“, einer MALO 45, befand sich auf dem Weg von Chagos über den indischen Ozean in Richtung Westen.

Michael, der Schiffsführer der „Simanderal“ übernahm am 23. Juni um 05:00 seine Wache und bemerkte, dass der Autopilot nicht mehr in der Lage war den Kurs zu halten. Michele, welche die Wache vor dem Skipper hatte, meldete, dass diese Probleme seit rund einer Stunde auftraten.

Da der Autopilot schon in der Vergangenheit nicht immer fehlerfrei arbeitete, hatte sie ihn zeitweise außer Betrieb genommen und von Hand gesteuert.

Es herrschten raue Seeverhältnisse und so holte der Skipper das dritte Crewmitglied aus der Koje um das Ruder zu übernehmen. So konnte Michael mit der Fehlersuche beginnen.

Ein kurzer Blick durch den Spalt zum Lenkgetriebe ließ ihn rasch das wahre Ausmaß des Problems erkennen. Der obere Teil des Ruderschaftes, der den Quadranten trägt, sollte stabil senkrecht geführt sein. In konkreten Fall schwenkte er jedoch heftig hin und her.

Offensichtlich hatte sich des Ruder unter Wasser aus dem Skeg gelöst und damit seine Führung verloren. Durch diese Pendelbewegung war die obere Lageraufnahme ausgeschlagen und kam es zu Wassereintritt.

Die letzte Reise der "Simanderal"Da sowohl das französische Übersee-Département Mayotte als auch Madagaskar mehr als 500 Sm entfernt war, entschied der Skipper Kurs auf die Seychellen abzusetzen.

Dort erhoffte er die besten Reparaturmöglichkeiten im Verhältnis der zurückzulegenden Entfernung. Michael hatte aber schon zu diesem Zeitpunkt Zweifel, ob das rund 340 Sm, also über 2 Reisetage entfernte Ziel, noch rechtzeitig erreicht werden konnte.

Durch die heftigen Bewegungen brach immer mehr Fieberglas auf und die Menge des eindringenden Wassers nahm dramatisch zu.

Etwa um 10:00 Uhr erreichte der britische Seemann die Küstenwache in Falmouth mit seinem Satellitentelefon. Der Skipper entschied sich gegen den Vorschlag von Falmouth eines „MAYDAY“ da da er noch immer hoffte die Seychellen auf eigenem Kiel erreichen zu können. Ein „Pan Pan“ Ruf wurde per UKW abgesetzt, jedoch ohne all zu große Erwartungen, da man seit mehr als 1.000 Seemeilen kein anderes Schiff mehr gesehen hatte. Der Versicherer wurde über die Situation informiert.

Gegen 11:00 gab das Ruder entgültig seinen Dienst auf. Vermutlich waren die Steuerkabel gerissen. Die Notpinne konnte nicht eingesetzt werden, da dies einen sicher geführten Ruderschaft voraussetzt.

Zu diesem Zeitpunkt konnte man durch permanentes Abpumpen die eindringenden Wassermassen noch einigermaßen beherrschen. Ein weiteres steigen konnte erfolgreich verhindert werden, aber auch nicht mehr.

Falmouth meldete sich stündlich um verschiedene Optionen vorzuschlagen und um die Mannschaft moralisch zu unterstützen. Die „MRCC Seychelles“ war hinzugezogen worden, diese hatte jedoch keine Möglichkeit auf diese Entfernung Hilfe leisten zu können.

Andere Schiffe befanden sich nicht in der Nähe.

Die "Simanderal" eine Malo 45Gegen 14:00 Uhr wurde immer klarer, dass man nicht in der Lage war die Seychellen ohne fremde Hilfe zu erreichen. Zwei Crewmitglieder waren immer noch damit beschäftigt, Wasser aus dem Schiff zu pumpen.

Der Skipper hatte die Maschine gestartet, und deren Kühlwassereinlass ins Schiffsinnere gelegt, um mit der Kühlleitung die Pumparbeiten zu unterstützen.

Die Dusch- und Bilgepumpen liefen ebenso permanent wie der, an seiner Ansaugleitung umgeleitete Wassermacher. Unter Zuhilfenahme von Eimern konnte der Wasserstand im Schiff wieder einigermaßen stabilisiert werden.

Dennoch: Etwa um 15:00 Uhr entschied der Skipper das Verlassen des sinkenden Schiffes vorzubereiten. Zeitgleich meldete sich Falmouth mit der Nachricht, das der Tanker „MAERSK-Mediterranean“ Kurs auf die Unglücklichen genommen hatte.

Die Ankunft würde in 6 bis 7 Stunden zu erwarten sein. Man versuchte tapfer weiter, den eindringenden Wassermassen so gut wie möglich Herr zu werden, bereitete aber gleichzeitig die Rettungsinsel vor.

Mit „Falmouth“ wurde nun vereinbart ein „MAYDAY“ abzusetzten und auch die Epirb der „Simanderal“ auszulösen um die Position präziser bestimmen zu können. Über die regelmäßigen Gespräche mit Falmouth wurde auch der Kapitän der „MAERSK Mediterranean“ über die jeweils aktuelle Situation auf der „Simanderal“ informiert.

Die "MAERSK-Mediterranean"Um 22:30 wurde das Abbergen der Crew eingeleitet. Im Dunklen und bei grober See mit kräftigen Winden kein leichtes Unterfangen. Die Crew der „Simanderal“ war zu diesem Zeitpunkt natürlich auch schon von der Erschöpfung gezeichnet.

Mangels eines funktionierenden Ruders konnte das Annähern der „MAERSK-Mediterranean“ an die „Simanderal“ nur wenig unterstützt werden. Anfangs konnte das Bugstrahlruder noch zu Hilfe genommen werden. Der übermäßige Gebrauch lies dies aber bald ausfallen.

Der nervenaufreibende Prozess dauerte bis 01:30 Uhr, als nach unzähligen heftigen Zusammenstößen der beiden Schiffe im schweren Seegang, die gesamte Crew über Leitern die Wand der „MAERSK-Mediterranean“ erklommen hatte.

Die „Simanderal“ ins Schlepp zu nehmen war bei den zum Unglückszeitpunkt herrschenden Seebedingungen unmöglich.

Der Skipper und seine Crew mußten das Schiff aufgeben und haben somit auch ein Heim mit vielen Erinnerungen und persönlichen Dingen dem Meer überlassen müssen. Es grenzt fast an ein Wunder, dass dabei niemand verletzt wurde oder gar mit dem Leben bezahlen musste.

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