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Die Dingi Story

Der IreEin Bericht von: SY Rishomaru Text: Alexandra Schöler- Haring

Aus dem Englischen: Dingi - kleines Boot

So steht es im Wörterbuch und damit wäre eigentlich alles geklärt- Weit gefehlt!

Ein Dingi nur ein kleines Boot? Ha! Wir lagen 3 Wochen vor Anker in Le Marin auf Martinique in der Karibik. Hier gab es unglaublich viele Jachten und Segler. Fahrtensegler, Chartersegler, einsame Segler, Segelboote ohne Segler.

Aber niemals ohne Dingis!

Hier staunten wir nicht nur über die unglaubliche Artenvielfalt der „kleinen“ Boote, sondern auch über deren Besitzer. Es begann damit, dass ich überrascht mit Segelfreundin Sam feststellte, dass viele Segler in ihren Dingis standen: Standen!!!

Sam meinte, das sei typisch amerikanisch.


immer aufrechtKomisch- die besten Steher schienen mir nach einem Nachmittag mit Fernglas die Franzosen zu sein. Knapp gefolgt von den Deutschen, die aber auch beim Sitzen sehr gerade wirkten.

Die Briten pumpten hingegen erstaunlich oft noch während sie Richtung Land steuerten ihre Dingis auf. Was sehr kunstfertig aussah und besonders bei der Abfahrt von Supermarket Ponton, vollbepackt mit Einkaufen, fast olympiareif wirkte.

Immer nur sitzend sah ich James, den Iren. Sehr gemütlich, fast ein bisschen österreichisch.  Auffallend auch ein junges Paärchen-hintereinander stehend.

Aussicht auf das HeckSie vor ihm -bis es ihm offensichtlich zu viel wurde und er sich setzte- mit wunderbarer Aussicht auf ihr Hinterteil. Vielleicht waren das Amerikaner?

Familien mit Kindern saßen prinzipiell. Hatte wohl etwas mit der Vorbildwirkung zu tun. „Nein- du darfst nicht im Dingi stehen, der Papa sitzt ja auch!“  Emanzipation und Dingi- eine kurze Geschichte.

Meist steuern die Männer.

Und wenn mal die Frauen dran sind, sind meist so viele Kinder an Bord, das trotz kräftigem Außenborder nicht mehr als Rudertempo zu erreichen ist.

Bis auf diese flotte Blondine mit Tattoo, die mehrmals an unserem Schiff vorbeidüste und meinen Mann freundlich grüßte. Im Sitzen. Naja. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Der TüftlerToll auch die Individualisten unter den Dingibesitzern. Dingi mit Auslegern, Glasboden und Heizung! Das waren übrigens Deutsche.

Ich hab das dann mit dem Stehen sofort ausprobiert. Lustig. Blöd war als Peter abbremste, während ich noch stand und eine gemeine Bugwelle über unsere gesamten Einkäufe schwappte. Gut war, das nur meine Füße nass wurden und nicht meine Hose.

Denn woran erkennt man Dingibesitzer an Land sofort? Am nassen Popo.

Der AngeberIn der Karibik ankert man meist frei in einer Bucht, und relativ weit weg vom Land. Gibt es einen Steg zum Anlegen, ist das super. Muss man am Strand anlegen, kann man froh sein einen Surfer als Ehemann zu haben. Die Atlantikwelle, für Landratten ein gemütliches Geklatsche auf dem Strand, hat schon so manchen Dingi Fahrer zum U-Boot Kapitän werden lassen.

Kommt die Welle und man surft sie nicht mit Geschick und Dingi ab, kentert auch das beste Beiboot. Alles unter Wasser, nicht gut für Fotoapparat, Handy, Lieblingssonnenbrille, Kreditkarten und gar nicht gut für Außenbordmotoren. Schlucken die mal Salzwasser gibt es meistens Ärger.

Der FranzoseAußenbordmotoren je stärker desto besser. Oder ist es etwa lustig 3 Tage Knäckebrot zu essen nur, weil der Wind so böse bläst und man seinem Dingiaußenborder die Fahrt zum Ort nicht zutraut? Und der Duft von frischem Baguette aus der ach so fernen Dorfbäckerei einen an der Reling lechzen lässt?

Schließlich schafft man es an Land. Oder zum Steg. Und da verkettet man sein Dingi am besten mit Stahlseil und Schloss, damit es ja keiner stiehlt.

Denn das passiert in der Karibik angeblich sehr oft.

Ich glaube, wesentlich öfter passiert in der Karibik, dass Dingibesitzer einen Rum Punsch zu viel trinken und dass dann keiner mehr sicher ist, wer eigentlich das Dingi festgemacht hat oder wie.

Schön auch die Geschichte des wiedergefundenen Dingis- das vom Besitzer um teures Geld zurückgekauft werden musste, oder die Geschichte von Mascha.

Der FerrariMascha, die wir in Tobago kennenlernten, segelte mit ihrem Mann und 2 Kindern auf dem wunderschönen altem Segelboot „Vilona May“. Sie hatten 2 hölzernen Ruderboote als Dingis, ohne Motoren, aber dafür einen kleinen Mast, den man aufstellen konnte und dann eben an Land segelte. Einst sah Mascha ein „gestohlenes“ Dingi ins offene Meer treiben, und holte es rudernd zurück, da kein Wind vorhanden war. Nach einer Stunde kräftigen Ruderschlagens, befestigte sie das Dingi am Steg. Die Besitzer hatten gar nichts davon mitbekommen. Maschas Tochter Casey fand indes eine bessere Beschäftigung. Die Siebenjährige ruderte ihr rosarotes Dingi "Primerose Mary“ zur Risho Maru und holte Finn zum ersten Rendezvous seines Lebens ab. Er war begeistert.

Also- Dingi verketten ist auf jeden Fall gut solange man nicht jemanden „mitverkettet“ oder den Schlüssel des Schlosses am Schiff vergisst. Peter lernte auf diese Art einen netten „sitzenden“ Amerikaner kennengelernt, der so freundlich war, ihn zurück zur Risho Maru zu bringen.

Finn passte inzwischen auf unser fest verschlossenes Dingi auf.

Ein „Dingiwatcher“ sozusagen.

Das Alternative„No Dingis“ ist eine Aufforderung für viele einfach kein Englisch zu verstehen.

Aufregend auch senkrecht hängende Dingis, deren Besitzer auf den Tidenhub vergessen haben. Oder Hunde in Dingis. Als Gallleonfiguren mit dringlichem „Gassi Blick“. Nicht zu vergessen vor Wut kochende Dingi Fahrer, die verzweifelt an ihrem verstummten Außenborder herumfuchteln und langsam abtreiben, ohne Ruder an Bord zu haben.

Aber zurück zum Steg.

Es gibt sie die Dingi Etiquette!

Und so gibt es nun-um Ärger zu vermeiden -schnell ein paar kleiner Dingi Benimm dich Tipps:

  • Außenborder nicht hochklappen - außer man will das Nachbardingi aufspießen.
  • Mit Vollgas zum Steg zu fahren, erleichtert anderen, gerade aus- oder einladenden Dingibesitzern nicht gerade das Leben.
  • Sich am Ponton zu kurz an die Leiter zu hängen verhindert sicher, dass irgendjemand sonst die Leiter benützen kann, und kann wie bereits erwähnt beim Tidenhub Ärger machen.
  • Nicht Längsparken in einer Querparkzone. Wie beim Autofahren. Nimmt Platz weg!
  • „No Dingi“ – im Englisch Wörterbuch nachschauen!
  • Leinen und Kabel unter den bereits festgemachten Leinen und Kabeln festmachen.

Klingt komplizierter als es ist! Also dann. 

Dingi ahoi!

 
 
   
   
   

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