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Atolle über und unter Wasser

Details

Ein Bericht der SY September

Mitte März erreichen wir am 25. Tag die Gambier Inseln. Wir hatten lange darüber nachgedacht ob wir die Hauptroute über die „Marquises“ nehmen sollen.

Aber dann entschieden wir uns doch die südlicheren Gambier’s anzulaufen. Diese Inselgruppe bildet das östliche Ende den zu französisch Polynesien gehörenden Tuamotu Atollen.

Ein Atoll ist ein versinkender Vulkan der von einem Ringriff umgeben ist. Häufig gibt es einen Pass ins Innere. Durch Gezeitenwechsel und die enorme Größe dieser Atolle (Rangiroa hat die Fläche des Bodensees) kommt es in diesen Pässen zum Teil zu erstaunlichen Strömungen.

Hier befindet man sich in einem der abgelegensten Teile der Welt. Diese Inselgruppe wird hauptsächlich von den Seglern die aus Patagonien über Kap Hoorn in den Pazifik kommen besucht. Selten findet ein Kreuzfahrtschiff den Weg nach Mangareva.
Alles in allem steckt der Tourismus in den Kinderschuhen und das dürfte auch so bleiben. Ein Flugplatz ermöglicht zwar die einfache Anreise via Papeete (Hauptstadt von Französisch-Polynesien) aber zusätzliche 4,5Std. Flug von Tahiti nach Mangareva schrecken doch die meisten ab.

Wir wählten die westliche Einfahrt. Beim Pass waren wir natürlich ein bisschen nervös, da wir schon viel über die trickreiche Navigation in den Atollen gehört und gelesen haben. Aus 20 und mehr Metern Wassertiefe sollen Korallenköpfe bis knapp unter die Wasseroberfläche ragen. Gute Sicht und Aufmerksamkeit ist also unumgänglich.

So steht ein Mannschaftsmitglied möglichst hoch und versucht eventuelle Untiefen rechtzeitig zu erkennen. Der erste Blick auf den Grund zeigt die erstaunliche Wasserreinheit. In 17m Wassertiefe ist noch jedes Detail von Deck aus zu erkennen.

Letztendlich ist die gesamte Einfahrt relativ einfach da hervorragend markiert. Wir erreichen knapp vor Einbruch der Dunkelheit unseren Ankerplatz vor der Hauptinsel Mangareva und der Ortschaft Rikitea.

Wir bekommen noch Besuch von einem befreundeten Schiff dass wir vor mehr als einem Jahr zuletzt in Panama gesehen haben. Dann aber erst mal ausschlafen.

Am nächsten Morgen geht’s mal zur Gendarmerie um unsere Ankunft bekannt zugeben. Die ordnungsgemäße Einklarierung kann erst in Tahiti erledigt werden. Schon auf dem Weg dahin erkennt man die legendäre Freundlichkeit der Polynesier! Das lokale Fruchtangebot reicht von Pampelmusen über Limetten, selbstverständlich Kokosnüsse und Brotfrüchte, Bananen bis zu Mangos und Papayas. Und alles gibt’s geschenkt! Unser Vitaminhaushalt ist gesichert. Die kleinen Geschäfte bieten eine unerwartete Vielfalt an Waren und auch die Preise sind zum Teil nicht ganz so erschreckend hoch wie befürchtet. Nur schade dass wir kein frisches Baguette kaufen können da sich der lokale Bäcker vor einigen Jahren entschlossen hat sein Brot auf einer der zahlreichen Perlenfarmen zu verdienen. Hier sind wir im Herzen der polynesischen Perlenzucht. Praktisch jeder der ca. 800 Einwohner der nicht einen Shop betreibt oder bei der Gendarmerie oder als Lehrer oder Arzt arbeitet ist in der Perlenindustrie beschäftigt.

Zusätzlich zu den üblichen Wartungsarbeiten und Reparaturen nach über 3000 Meilen müssen wir auch noch unser „Bierlager komplett ausräumen und reinigen! Von den hohen Getränkepreisen im Pazifik gewarnt haben wir einen größeren Vorrat in Panama gebunkert. Die letzte Woche auf See hat ein unangenehmer Geruch das Schiff durchzogen, aber unterwegs konnten wir unser Lager nicht ausräumen. Wir vermuteten das eine oder zwei Dosen die Schüttelei unterwegs nicht überstanden haben. Hier am Ankerplatz erkennen wir den vollen Umfang des Schadens. Über 20 Dosen Bier wurden undicht und sind zum Teil ausgelaufen. Die Reinigung ist zwar in einem Tag erledigt aber die Fruchtmücken erinnern uns noch lange an das verlorene Bier.

Wir wandern über die Hauptinsel! Historisch bekannt ist die riesige Kathedrale „St. Michael“ aus Korallen. Diese wurde unter dem 1834 als Missionar nach Mangareva kommenden Jesuitenpriester Laval errichtet. Er herrschte hier als Despot und lies die damaligen ca. 6.000 Einwohner noch viele Kirchen und Kapellen errichten. In den 40 Jahren der Schreckensherrschaft sank der Bevölkerungsstand auf 500 Personen! Während einer der vielen Spaziergänge finden wir einen wunderbaren Aussichtspunkt, der uns einen Blick über die ganze Inselgruppe der Gambier ermöglicht.

Dann wollen wir an eines der unbewohnten „Motus“ zum Schnorcheln und Tauchen.

   
   
   

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