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Helen Riff

Details

Ein Bericht der SY Muggerl

Das Helen Reef wäre fast ein Atoll geworden, wenn, ja wenn da nicht die globale Erwärmung und der damit verbundene Anstieg des Meeresspiegels dieser Entwicklung ein jähes Ende gesetzt hätte.

AuslegerkanuDas Wort "jäh" ist keineswegs übertrieben. Die jetzigen Bewohner, es sind eigentlich keine Bewohner in dem Sinn des Wortes, sondern Abgeordnete von der Regierung, die die Zugehörigkeit des Riffs zum Inselstaat Palau unterstreichen. Eine Aufgabe hat man ihnen auch erteilt. Sie müssen die zur Eiablage ankommenden Seeschildkröten zahlenmäßig erfassen und die Tiere markieren. Wo werden die ihre Eier ablegen, wenn es keine Insel mehr gibt? Ein erschreckendes Schicksal. Und die Welt schickt weiter seine zerstörerischen Abgase etc. in die Luft, der Bequemlichkeit wegen.

Einer der „Conservations Officer“ berichtete, dass er zwei Jahre weg war und bei seiner Rückkunft von seinem Haus nur noch ein Fragment vorgefunden hat. 150 Meter von der Uferlinie entfernt, in der Lagune stehend. So schnell geht der Abbau der Insel vor sich.

Das, was man in Google Earth von der Insel sieht, stimmt nicht mehr. Da sind nur noch Bruchteile davon übrig. Ein einziger Baum ist noch übrig. Alles andere sind nur noch Argusiabüsche. Und die sind zum großen Teil abgestorben. Schuld daran sind die Seevögel, die standorttreu, sich mit immer weniger werdenden Nistbereich abfinden müssen. Auf einem Ast sitzen 4 - 5 Vögel. Oft auch mehr. Mit ihren Ausscheidungen ersticken sie das Wachstum der Büsche. Die Blätter können nicht mehr atmen und der Busch stirbt. Kokospalmen sind schon längst ausgerottet. Früher haben viele Menschen hier gelebt.

Alles hat sich das Meer geholt. Die Tage(!) der Helen - Insel sind gezählt.

Das Riff hat einen Eingang, der gewunden ist und mehere Abzweigungen aufweist. Einem Flusssystem nicht unähnlich. Dort schießt das Wasser bei fallendem Gezeitenwasserspiegel aufs offene Meer hinaus und bei steigendem Wasser wieder herein. Das Riff ist etwa 13,5 Seemeilen lang und ca. 4,5 Meilen breit.

AnkerplatzDa mitten im Ozean, wo fast immer Wellen aus allen Richtungen ankommen, branden rundherum mehr oder weniger heftig die Wellen auf das Riff. Sie brechen sich an der Riffkante, die normalerweise nur knietief ist. Nur bei Hochwasser etwa 2 Meter. Dadurch liegt man in der Lagune ziemlich ruhig.

Das Wasser ist, bedingt durch den, wegen des Meeresspiegelanstiegs, immer reichlicher über die Riffkante geworfenen Wassers sehr sauber. Man hat unter Wasser eine Sicht von gut 30 Metern.
In der Lagune liegen fast 100 Riffköpfe verteilt. Das sind Korallenriffe, die vom bis zu 50m tiefen Grund, bis wenige Dezimeter an die Oberfläche gewachsen sind. Sie bergen das sagenhafte Riffleben. Man kann sich mit der Taucherbrille bewaffnet, eine Fläche von 5 Quadratmetern eine Stunde lang beobachten und hat dann noch immer nicht alles gesehen!

Die Farbschattierungen des Wassers der Lagune kann man schlecht beschreiben. Sie variieren vom Tiefblau über helleres Blau bis Braun bei den Riffen, ins Türkisfarbige, dann sandfarbig des noch ca. 30 cm tiefen Wassers beim Sandgrund, der die Insel umgibt, bis hin zum blendend weißen Korallensand. Die braunen Riffe erscheinen aber nur als braunes Farbgemisch, wenn man mit dem Dingi drüber hinwegschießt. Mit der Taucherbrille und Schnorchel betrachtet sind das die üppigsten Farben, die man sich vorstellen kann. Alle Farbschattierungen haben die Korallen und sie haben noch eine schier grenzenlose Vielfalt an Formen. Es sind Weichkorallen ebenso wie Steinkorallen. Und zwischen all den Korallen eine Unzahl von Korallenfischen, die meist kleiner sind als 20 cm. Oft nur wenige Zentimeter. Und zwischen all dem schweben wir drüber weg. Klar kennt Ihr das vom Fernsehen her. Es ist aber ein weitaus größeres Erlebnis mitten drin zu sein.

Unterwasser

Üblicherweise sind diese Riffköpfe und auch die Riffplatte vom Außenriff bis in die tiefere Lagune bei Niedrigwasser nur spärlich von Wasser bedeckt oder sie fallen oft ganz trocken. Deshalb gibt es dort auch sehr geringe Korallenbildung. Das ist hier nicht mehr der Fall. Wegen des steigenden Wasserspiegels wachsen hier bereits üppig Korallen. Man kann spielend mit dem Dingi mit Außenbordmotor darüber fahren. Das machen wir auch. Nahe der Brandungszone, wo das sehr klare Ozeanwasser über die Riffkante geworfen wird, lassen wir uns mit der Taucherbrille ins Wasser fallen und treiben ohne einen Flossenschlag durch das schönste Naturaquarium der Welt. Wir vergessen die Zeit und erst die allmählich drückende Tauchermaske erinnert, dass Stunden vergangen sind.

Vergessen ist das wüste Geschaukel der Überfahrt, vergessen sind auch die vielen Stunden am Ruder, weil der Autopilot seinen Dienst verweigert hat.

Dabei muss ich einfügen, auch wenn es mir schwerfällt: Nicht der Herr Autopilot war der Schuldige , nein ich war der Depp, dass es soweit gekommen ist.

Es war nicht die Steuereinheit, die versagt hat. Die habe ich vor vielen Jahren einmal aufmachen müssen, weil nichts mehr ging. Viel Wasser fand sich drin, was in der Elektronik stets fehl am Platze ist. Ich habe das Gehäuse abgedichtet, und als ich es jetzt öffnete, lächelte mich die Elektronik an, so blendend, dass ich den Eindruck hatte, sie sei erst gestern hergestellt worden. Auch die Anschlussverbindungen völlig korrosionsfrei. Klappe zu. Das ist es vielleicht nicht.

Die Antriebseinheit also: nach dem Öffnen als Erstes die Schleifkohlen! Die sind reichlich abgeschliffen, und weil die Herren aus UK es mit den Toleranzen nicht sehr genau nehmen, die Kohlen viel zu klein sind für den Schacht in dem sie laufen, sind diese verkantet und schief abgelaufen. Ersatzkohlen: Fehlanzeige. Weit und breit kein Service in Sicht. Aus einer Reservekohle für die Bohrmaschine habe ich zwei Kohlen für den Autopilot zurechtgeschliffen. Auf Zehntelmillimeter passend.

Alles sauber gemacht, zusammengebaut, angeschlossen und eingeschaltet. Bingo, der Autopilot läuft wieder. Mit stolzgeschwellter Brust habe ich mich in meinem Erfolg gesonnt. Aber nur einen Tag lang. Am nächsten und übernächsten Tag das gleiche Dilemma. Brust wieder zusammengefallen. Vielleicht liegt ein versteckter Kabelbruch vor. Beginnend mit dem Borddurchgang: Innendeckenverkleidung herausgerissen. Alles in besten Zustand.
Außen aber: Die Augterminals der Stromzufuhr schauen oxidiert aus und die Niro-Klemm-Mutter-V4A hat Schäden, die mit großer Sicherheit von Miniaturlichtbogen herrühren.

Kurz: Alles sauber gemacht, neue Muttern drauf und die beiden Anschlüsse mit Silikon umhüllt. Einschalten und seitdem läuft der Herr Autohelm 3000 wieder.

Für diesen "Herrn": Ein MINUS-Punkt weniger. Einer von sehr vielen!
Für meine Wenigkeit: Ein PLUS-Punkt weniger. Ich habe ja mehr als genug.

Fortsetzung in Kürze

   
   
   

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