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Vom Helen Atoll zum Mapia Atoll

Details

Der ständige Wind des Nordost Monsuns, der leider ständig aus Osten bläst, soll laut Windvorhersage eine Störung verpasst bekommen und auf Nordost drehen, wo er hingehört und später sogar auf Nord schwenken. Das wäre super denke ich mir. 

Denn mit starkem Ostwind viele Hundert Meilen nach Südosten zu segeln heißt: Hoch an den Wind gehen. Da bekommt man alle paar Sekunden ein paar Eimer übers Schiff geschüttet und die Geschwindigkeit ist auch nicht die beste. Von meiner guten Laune bleibt dann auch nicht mehr viel übrig.

Als wir heute vom Schnorcheln zurückkommen und ich die Windkarten abgerufen habe, sagen sie für morgen die erste Winddrehung voraus. Wie immer: Dank „Sailmail“ kommt das Wetter von morgen immer schon heute. 

Also nichts wie los.  Denkste!

Erstens muss der Propeller sauber gekratzt werden. Als ich schnell mal runter geschaut habe, sehe ich, dass es da weit fehlt. Wir haben ganz schön Bewuchs dran. Na dann Gute Nacht. Die Antibewuchsfarbe erneuern geht nur in der Werft, also an Land. Land wäre wohl da aber von einem Kran keine Spur. Da werden wir uns wohl durch den Pazifik kratzen müssen.

Zweitens können wir nicht einfach so mir nichts dir nichts abhauen von den lieben Leuten hier. Wir wollen sie zum Essen aufs Muggerl einladen.

Also übermorgen fahren wir.

AbschiedEs heißt Abschied nehmen vom Helen Riff, von seinen liebenswürdigen Officern, von einer Million Seevögel und nicht zuletzt von seinem kristallklarem Wasser, seinen zauberhaften Korallengärten mit all den bunten Fischen, von der wunderbaren Ruhe. Ein wahrer Platz des Friedens.

Die Officer haben sich über die Einladung sehr gefreut und auch Alevs Kochkünste genossen und gewürdigt. Weil ja Alev nie zu bremsen ist: „Wenn die Gäste nichts übrig lassen, war es zu wenig.“ 

Somit hatte sie wieder viel zu viel gekocht, was sie ihnen in mehreren Dosen später mitgegeben hat für morgen. Sie haben ja nur Reis und Mehl und Fisch. Gelegentlich schwemmt es auch die eine oder andere Kokosnuss an.

Wann wir morgen auslaufen, wollen sie wissen. Da ahne ich schon warum sie fragen. Ich antworte, dass wir unsere Spur aufgezeichnet haben, dass wir gute Sicht haben und unseren Weg nach draußen finden. Nein sie kommen und geleiten uns, 7 Meilen! Also um 10 Uhr stehen sie auf der Matte. Mit ihrem Speedboot in Schlepp ziehen wir los. Ich kann dabei meine Einlaufspur ein wenig begradigen, die ich dann ruhigen Gewissens mit ihren Wegpunkten weitergeben kann, so wie es halt unter wahren Seglerkameraden üblich ist.

Max und Mathilde, David und Jamos wir danken Euch für die schöne Zeit, die Ihr uns bereitet habt. Wir hoffen, dass nicht eines Tages durch Rüpel unter den Seglern Euere Einstellung verändert wird. Bis aufs offene Meer bleiben sie an Bord. Dann steigen sie in ihr Boot und fahren zurück auf ihre Insel, die es in absehbarer Zeit nicht mehr geben wird. Uns lassen sie mit ein wenig Traurigkeit zurück.

Wir rollen nur die Genua aus, weil der Wind fast von achtern Steuerbord kommt, solange wir noch am Riff entlang segeln. An der Südostkante dann die Halse mit der Kursänderung auf 127° für die nächsten paar hundert Meilen. Zunächst Butterbrotsegeln, weil wir die Seegangsabdeckung vom Riff haben. Dann geht es schnell zur Sache. Bereits auf der Westseite haben wir 2 Knoten Strom von vorn. Ich hoffe der Strom wird von seiner Richtung aus Westen abgelenkt. Oh nein. Der Strom kommt nach dem Runden der Südspitze aus Südost, später aus Ost also in der Seemannssprache „nordwest- bzw. westsetzend“. Wir müssen anluven und müssen wegen des Stromes statt 127°jetzt 115° segeln.

auf SeeEs steht eine kurze Welle da aus Norden vom vorherrschenden Wind aus Nord, später Nordwest, die seinesgleichen sucht. Der Wind ist super. Wir laufen immer mehr als 6 Knoten durchs Wasser. Das GPS zeigt aber nur 3,4 bis 3,8 Knoten an. Wenn man die 0,5 Knoten die das Sumlog zu viel anzeigt, abzieht, bleiben immer noch mehr als 2 Knoten Strom übrig. Und so bleibt es bis ca 10 Meilen vor dem Ziel.

Als Erstes werde ich nach vielen Jahren mal wieder richtig seekrank. Das Muggerl macht in der sehr steilen See irrsinnige Bocksprünge. Die Rollbewegungen sind so abrupt, dass beim Krängen nach steuerbord die Genua nicht mehr voll steht, und manchmal back kommt. Das habe ich in meinem Seglerleben noch nie erlebt. Jedes Spielen mir der Schot bringt keine Besserung. Motoren? Da wäre die Rollerei noch schlimmer. Und welcher Segler fährt mit Maschine bei 15 bis 20 Knoten Wind von backstag? Vielleicht hätte der Baum geholfen, aber ich fürchte, dass er eintaucht wegen der enormen Krängung und bei den 6 Knoten Fahrt käme das Rigg in ernste Gefahr. Außerdem bin ich mit meiner Seekrankheit erheblich geschwächt. In dem Seegang beim Baumsetzen über Bord gewaschen zu werden, hätte wohl meinem "Leiden" ein schnelles Ende gesetzt, aber ist wirklich nicht der Sinn von Segeln.

Ich habe nun 6 x Ocean überquert aber einen solchen Seegang habe ich noch nie erlebt. Früher sind wir oft bis auf 1,5 Knoten Fahrt herunter gesegelt und die Segel haben dabei so gut wie nicht geschlagen. Und hier bei mehr als 6 Knoten Fahrt durchs Wasser schlagen die Segel nicht mehr; sie knallen. Es kommt, was kommen musste. Das Segel ist auf mehrere Meter parallel zum Unterliek gerissen.

Von 5 Uhr nachmittags, als ich die Fische gefüttert habe, weil meine Nahrungsaufnahme den umgekehrten Weg nahm als üblich, bis eine Stunde nach Mitternacht hat Alev die Stellung gehalten. Sie ist Ruder gegangen. 

Da das Rollen immer schlimmer wird, fürchtet sie um den Autopilot, der bis dahin sehr hart aber brav arbeitet. Sie schaltet ihn ab und steuert von Hand. Das kann ich nicht zulassen. Ich gebe meinem inneren Schweinehund einen Renner und klemme mich ans Ruder wie eine nasse Zeitung und löse sie stundenweise ab.

Jetzt kann ich verstehen, dass vor Südafrika schon Frachtschiffe aus Stahl im Agullhasstrom auseinander gebrochen sind, wenn Wind gegen Strom stand. Dort können natürlich die Windstärken und die Stromstärken noch viel höhere Werte erreichen. Als wir vor Madagaskar segelten, mussten wir tatenlos miterleben, wie ein Skipper vor seiner Frau in einer solchen Situation von Bord gewaschen wurde und er und sie zusammen nicht so viel Kraft aufbringen konnten ihn an Bord zurückzuholen. Er rutschte aus dem Gurt und die See hat ihn behalten. Wir standen mit der Frau in Funkkontakt.

Nun, beim einmaligen Fischefüttern ist es geblieben. Ich hatte aber auch nichts drin. Am Morgen vor der Abreise habe ich anstelle des Frühstücks ein paar Quadratmeter Unterwasserschiff abgekratzt. Und jetzt bei dem irren Seegang hat es Alev zwar zustande gebracht und mir ein um einen Tag verspätetes Frühstück zu bereiten, aber ich brachte mit meinem eingeschränktem Schluckvermögen und dem Stress nichts runter. Also wieder Fischefüttern. Diesmal nicht über den Umweg des Skippermagens.

   
   
   

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