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Verhalten bei Piratenattacken – ein Erfahrungsbericht.

Details

Ein Berich der SY Black Pearl

Wer die Südamerikanische Nordküste entlangsegelt, macht sich Gedanken zum Thema Piraterie. Die richtige Strategie wird unter Seglern oft heiß diskutiert.

Gut motorisierte "Fischer"Als wir mit unserer SY „Black Pearl“ von der Isal Margaritha in Venezuela nach Trinidad fahren wollten, bildeten wir mit der SY „Genesis“ eine Fahrgemeinschaft.

Die ca. 120 sm lange Strecke ist bekannt für Übergriffe. Von anderen Seglern wurden wir aber beruhigt. Es sei schon lange nichts passiert!

So beschlossen wir, um den weiter auf See hinderlichen Gegenstrom und Gegenwind auszuweichen in Küstennähe zu bleiben.für alle Fälle

Beide Schiffe wurden von Ehepaaren geführt. Bei den Routenbesprechungen versprach man sich Hilfeleistung (was ja eigentlich selbstverständlich sein sollte) insbesondere im Falle einer Piratenattacke.

Der Start in Richtung Osten führte uns entlang der schönen venezulanischen Küste bis nach Ensanda Medina. Ensanda MedinaWir ankerten friedlich nebeneinander vor einem goldenen Sandstrand umsäumt von einem Palmenhain. Die einheimischen Leute waren besonders freundlich, es gab am Strand ein Hotel und kleine Essensstände. Am nächsten Tag brachen wir auf und motorten ca. 15 sm weit. 

Gegen 13 Uhr Lokalzeit näherte sich ein stark motorisiertes Fischerboot von achtern der hinter der SY Black Pearl fahrenden SY Genesis. Der Abstand der beiden Segelboote betrug ca. 10 Schiffslängen. Von der SY Black Pearl aus erkannten wir, wie das Fischerboot beschleunigte und einer der 6 Piraten plötzlich mit erhobener Pistole versuchte auf die SY Genesis zu klettern. In einem kurzen Handgemenge konnte der Skipper der SY Genesis den Angriff abwehren und den Piraten ins Wasser schmeißen.

Black Pearl vor dem AngriffSofort wendeten wir und fuhren mit voller Motorkraft auf das angreifende Piratenboot zu.
Verblüfft von dem Gegenangriff drehten die Piraten ab. Nach dem die SY Genesis passiert war, wendete die SY Black Pearl erneut und folgte nun der SY Genesis, die mit voller Kraft weiter nach Osten floh.

Der wachsende Abstand zwischen der SY Genesis und der SY Black Pearl machte die Piraten mutig und sie wollten nun die SY Black Pearl kapern. Der Skipper der SY Black Pearl steuerte erneut sein Schiff mit ca. 8 kt auf das Piratenboot zu um es zu rammen.

Black PearlUm einer Kollision zu entkommen, drehten die Piraten ab. Aus sicherer Entfernung beschossen sie die SY Black Pearl mit einem Gewehr. Glücklicherweise bekam weder das Schiff noch die Besatzung einen Treffer ab. Die mittlerweile große Entfernung der, weiter unter voller Motorleistung vom Schauplatz flüchtenden, SY Genesis hätte eine rasche Hilfeleistung unmöglich gemacht.

Die Piraten bargen ihr Mannschaftsmitglied aus dem Wasser und überlegten ihr weiters vorgehen. Der Skipper der SY Black Pearl drohte mit der Signalpistole und glücklicherweise beschlossen die Angreifer die Attacke zu beenden und drehten in Richtung Küste ab.
Erst nach 3 Stunden konnte die SY Genesis wieder eingeholt werden und die Reise nach Trinidad ohne weitere Unannehmlichkeiten gemeinsam fortgesetzt werden.

Fazit:

Wer sich einem Konvoi anschließt, muss sich auch der gegenseitigen Verantwortung bewusst sein. Sonst wird aus einem Versprechen ein Versprecher!

noch mal gut gegangenDas Zurücklassen der SY Black Pearl mit nur einem Ehepaar an Bord von 5 Piraten hätte schlimm enden können. Die Courage des Skippers konnte die Piraten glücklicherweise demotivieren. Aber was wäre wenn nicht ….?

Es ist sicher leichter am Stammtisch die Vorgehensweise festzulegen als in der Praxis und wie in diesem Fall unter der Bedrohung von Schusswaffen richtig zu reagieren.

Aber dessen sollte sich jeder im Klaren sein, der eine auf Gegenseitigkeit beruhende Verpflichtung eingeht! Piratenangriffe sind kein Spiel und fern jeglicher Romantik!

Nachtrag:

Ein halbes Jahr später fuhren beide Yachten wieder gemeinsam in venezolanischen Gewässern in Richtung Puerto La Cruz. Wieder wurde vor Antritt der Reise gegenseitig das Versprechen der Hilfeleistung gegeben.

Kurz vor dem Ziel wurde dieses Mal die „SY Black Pearl“ von einer Piroge mit 5 Mann Besatzung besucht. Die Männer waren aber Gott sei Dank keine Piraten, sonder Fischer, welche Wasser und Zigaretten erbaten.

Die SY Genesis drehte schon bei der ersten Annäherung ab und suchte ihr Heil in der Flucht.

Der Skipper rechtfertigte sich später mit der Angst seiner Frau.

   
   
   

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