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Unterwegs in Patagonien

Details

Ein Bericht der SY Taurus

Für das beschriebene Gebiet ist der Umfang dieses Artikels eigentlich viel zu klein, da es speziell für die Kanäle Patagoniens unendlich viele Ankerplätze gibt, welche nach Belieben und den herrschenden Wetterbedingungen ausgewählt werden können.

Es sei da auf die beschriebenen Unterlagen verwiesen. Diese kurze Aufstellung soll lediglich die Versorgungsmöglichkeiten sowie die Formalitäten der von den meisten Yachten zwingend anzulaufenden Orte am neuesten Stand halten. Etwas heraus fällt die Beschreibung der Staateninsel, welche sicher zu den schönsten Plätzen dieses Reviers zählt, natürlich sollen damit nicht die herrlichen Gegenden um Brecknock herum sowie die vielen atemberaubenden Gletscher in den Hintergrund gedrängt werden.Patagonien

Allgemein ist zu sagen – auch wenn dies viele verwundern wird – dass vor allem die patagonischen Kanäle kein schweres Segelrevier darstellen, wenn man nur GENUG ZEIT und GEDULD zum Abwarten von Schlechtwetter mitbringt. Jedoch die Tatsachen dass meist in weniger als 10Nm Abstand sehr sichere Ankerplätze zur Verfügung stehen und die Wetterberichte zumindest für die nächsten 24 Stunden sehr gut sind, macht einem das Segeln sehr einfach. Trotzdem ohne ein sicheres, gut ausgerüstetes und vor allem zuverlässiges Schiff sollte man dieses Revier nicht befahren, denn es gibt nahezu keine Reparaturmöglichkeiten auf dem gesamten Weg.

Bildinfo

Erforderliche Unterlagen:

Sobald man sich südlich von Mar del Plata bewegt, sollte man dies nicht ohne dem “Italian Book“ Patagonia & Tierra del Fuego Nautical Guide von Mariolina Rolfo und Giorgio Ardrizzi sowie dem Kartensatz der Armada Chile machen. Obwohl es natürlich auch andere Unterlagen, Karten sowie Segelanweisungen gibt, ist wohl nichts auch nur ansatzweise mit der Genauigkeit der oben erwähnten Unterlagen zu vergleichen. Insbesondere bei digitalen Seekarten sollte man sich vorher sehr genau die Details in den Kanälen entlang der Route ansehen, denn teilweise stimmen sie nicht und bei fast allen fehlen einige Teilbereiche oder sind ungenügend dokumentiert.

Anfahrt Ostküste Südamerika:

In der Rio de la Plata Mündung trennen sich die Wege vieler Segler. Ein paar sehen Buenos Aires als südlichsten Punkt ihrer Reise an und macht sich dann wieder nach Norden auf, die brasilianische Küste entlang und dann in die Karibik. Die andere Gruppe, die weiter in den Süden möchte teilt sich hier. Ein Teil fährt weiter nach Südafrika und zu guter Letzt jene, welche um das berühmte Kap in den Pazifik wollen.

Der Ausgangspunkt dieser letzten Gruppe ist meist Mar del Plata oder Buenos Aires, wo das Schiff die nötigen Adaptionen für diese Fahrt erhält. Da die Strecke von der Plata Mündung bis an die Südspitze von sehr schlechten Liegeplätzen, starken Gezeiten und unstetigem Wetter geprägt ist, fahren die meisten die Strecke so schnell als möglich. Sehr oft wird nur die Caleta Horno auf ca. auf halber Strecke zum Ausrasten angesteuert. Insbesondere als gleich anschließend der Golfo San Jorge als eines der berüchtigtsten Teilstücke dieser Region ein Abwarten auf das richtige Wetter notwendig machen kann.

Weiter südlich entscheiden sich die meisten Yachten dafür, die Bahia Grande so küstennah wie möglich (30‐50NM) zu besegeln, um den gefürchteten Wellen aus dem Weg zu gehen. Da die Le Maire Straße nur bei richtigem Wetter und bei mitlaufender Gezeit zu durchfahren ist wählen viele Schiffe, die eben nicht die richtigen Verhältnisse vorfinden, die Staateninsel als Warteplatz aus. Es gibt dort viele schöne Buchten, aber einer der sichersten und zugleich spektakulärsten Plätze ist sicher Puerto Hoppner.

Puerto Hoppner / Staateninsel / Argentinien
Ansteuerung:

Die Einfahrt ist schon von weitem gut auszumachen, durch Punta Ross, einer kahlen Felsnase auf der rechten Seite der Bucht. Die Isla Monte Grosso kann beidseitig gerundet werden. Selbst bei rauer See ist dies kein Problem und im Inneren beruhigt es sich sehr rasch. Achtung, hinter Isla Monte Grosso erstrecken sich zwei Untiefen, welche nur bei Hochwasser sichtbar sind, aber gut durch Kelbbewuchs auszumachen sind. Ganz im Süden der Bucht gelangt man dann zur Einfahrt ins Innere Becken. Da man diese aufgrund der starken Strömungen nur nahe an den Gezeitenwechseln befahren sollte, kann man zum Abwarten dieses Zeitpunktes ganz im Westen des äußeren Beckens kurz ankern. Man muss jedoch aufgrund der großen Tiefe sehr nah zum Land. Die Einfahrt zum inneren Becken ist sehr schmal, man sollte den Felsen welcher die Einfahrt teilt an Bb. liegen lassen, die Wassertiefe beträgt bei NW immer noch mindestens 2m und beide Seiten sind gleichmäßig steil abfallend.Einfahrt Puerto Hoppner


Einfahrt Puerto Hoppner, Richtung NW

Ist man im inneren Becken halte man sich tunlichst Bb., ja nicht die kleine bewaldete Insel hinter der man gewöhnlich ankert direkt ansteuern. Grundsätzlich ist es möglich die kleine Insel dann beidseitig zu umfahren, jedoch sollte man sich immer möglichst nahe an der Insel halten. Dahinter ist ein idealer Ankerplatz. Freies Ankern ist aufgrund der Platzverhältnisse nicht möglich daher empfiehlt es sich das Schiff mit mindestens zwei Landleinen zu fixieren. Da bei starkem Westwind erhebliche Böen von Osten her den Berg herunterziehen können, sollte man auch hier das Schiff entsprechend verheften, insbesondere wenn man ausgedehnte Wanderungen in der Gegend im Sinn hat und man das Schiff alleine lassen möchte.

Puerto Hoppner - inneres Becken, Richtung N
Aktivitäten:

Von Puerto Hoppner aus kann man sehr schöne Wanderungen durch die Wildnis zu diversen Süßwasserseen und Bächen mit Wasserfällen machen bzw. zum Puerto Perry gehen (keine Wegmarkierungen nur gelegentlich Trampelpfade von anderen Seglern).

Puerto Hoppner - inneres Becken, Richtung SW

Sehr empfiehlt es sich ganz im Osten des inneren Beckens auf der nur mit Moosen bewachsenen Puerto Hoppner inneres BeckenStelle den Aufstieg zum Sattel in Angriff zu nehmen. Von dort hat man eine grandiose Rundumsicht aufs Meer, zu den Seen und in die benachbarte Bucht, alles flankiert von einem beeindruckenden Bergpanorama. Wenn das Wetter es zulässt kann man von dort den Grat entlang nach Süden bis zu zwei traumhaften Bergseen, eingebettet in einem hufeisenförmigen Bergmassiv und anschließend den Bach entlang an Wasserfällen vorbei wieder zurück zur Bucht wandern. Als Ausrüstung sollte man neben guten Wanderschuhen und einer Wasserflasche auch immer warmes Gewand und das Ölzeug einpacken, denn mit sehr raschen Wetteränderungen ist hier immer zu rechnen!

De Le Maire Straße:

Puerto Hoppner inneres Becken Richtung SWDie Le Maire Straße ist sicher eine der schwierigsten Passagen der Etappe, der Wind und der Gezeitenstrom sollten so lange als möglich mitlaufend sein, aber wie in der Natur der Sache ist, hat man was den Strom betrifft nur ca. 6 Stunden Zeit anschließend kippt er. Diese sechs Stunden reichen zwar bei gutem Timing meist aus um durch die Straße zu kommen, jedoch hat man dann den Strom an der Südküste gegen sich. Kommt man dann von der Puerto Hoppner, macht es Sinn so weit als möglich vor Hochwasser die Engstelle zu passieren und dann möglichst nahe an die Le Maire Straße heranzukommen, bis einem der Ebbstrom durch die Meerenge zieht. Oft ist das Warten in einem der raren Ankerplätze an der Südküste ratsam um dem anschließend gegenlaufendem Strom zu entgehen. Die letzten paar Meilen nach Ushuaia geben einem dann annähernd einen Vorgeschmack auf die weiteren 1300Nm bis man wider freies Pazifikwasser unterm Kiel genießen darf.

Ushuaia / Isla Grande de Fuego / Argentinien
Formalitäten:

Es ist erlaubt sich gleich an den Liegeplatz seiner Wahl zu legen, jedoch sollte man sich ca. Ushuaia 1 Stunde vor Ankunft auf UKW Kanal 16 bei der Prefectura melden. Hat man schon in Argentinien einklariert, ist nur der obligate Gang zur Prefectura unmittelbar nach der Ankunft notwendig. Zur Prefectura geht man am besten die Av. Maipu lang und sieht dann das Gebäude mit der großen Fahne etwas erhöht auf der linken Seite oder man geht die Haupteinkaufsstraße Av. San Martin bis zum Ende und dann links runter. Das Ausklarieren erfolgt unmittelbar vor der Abfahrt (maximal 6 Stunden vorher), wobei die Prefectura und die Immigration 24h geöffnet sind, jedoch die Aduana (Zoll) nur von 7‐19h. Die Aduana befindet sich direkt bei der großen Hafenmole (Kreuzfahrtschiffe) ca. 50m auf der rechten Seite nach dem KFZ‐Schranken zum Puerto Commercial. Die Formalitäten werden hier generell sehr rasch und unbürokratisch erledigt.

Liegeplätze:

Club Nautico: im Nordwesten der Bucht, der Club ist zwar kostenlos, jedoch mit seiner Tiefe von ca. 2m an der Stirnseite des Steges und noch geringer Tiefe an Seitstegen, stehen für Fixkieler nur wenige Plätze zur Verfügung und diese sind meist von professionellen Schiffen belegt. Sanitär und Kocheinrichtung minimal, aber liegt dafür direkt in der Stadt.

AFASyN: im Südwesten der Bucht, Platz für mindestens dreißig Schiffe. Tiefe am Steg zwischen 2 bis 3 m. Kosten für ein 12m Schiff ca. 12€/Tag am Steg und 8,‐€/Tag wenn man vor Anker liegt. Es gibt mehrere Bojen vom Yachtclub, ob diese frei sind ist im Büro zu erfragen. Aber Achtung, vorher gut prüfen wir haben gehört, dass nicht alle gut und sicher sind. Wasser ist inklusive, Strom geht über einen Zähler und wir extra verrechnet (im Büro freischalten lassen). Am Steg kann es abhängig vom Wind und vom Liegeplatz sehr ungemütlich bis gefährlich werden, längeres unbeaufsichtigtes Liegenlassen des Schiffes ist nicht zu empfehlen, außer man liegt ganz innen. Duschen und WC funktionieren sehr gut. Waschmaschine ist leider kaputt. Es gibt ein Clubhaus mit Kochgelegenheit und großem Grill und eine Tauchbasis (Flaschenfüllung für Gäste € 10,‐‐ und Tauchgang € 80,‐‐). Reparaturmöglichkeiten und Trockenliegeplatz vorhanden.

Versorgung:

In Ushuaia bekommt man fast alles fürs Schiff und den Magen, also ideal um sich für die lange Etappe durch die Kanäle vorzubereiten. Einkaufen kann man bei Carrefour, La Anónima oder den kleineren Supermärkten. La Anónima bietet bei einem Einkauf von über 500,‐ Pesos einen kostenlosen Taxiservice an. Es gibt einige Bäckereien und Spezialgeschäft auf der Av. San Martin oder eine Querstraße darüber ebenso Wäschereien. Treibstoff kann entweder über eigene Kanister oder durch Lieferung von 200l Fässern gebunkert werden. (organisiert ebenso das Sekretariat des AFASyN)

Elektronik Bauteile, Funktechnik: Electrocom
Kuanip 586
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(02901) 43‐2021

Nautikshop: Nautica Rombo Repuestos
Fuegia Basket 610
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(02901) 436845‐424103

Ferreteria, Petroleum, … : Kuanip Sur
Kuanip 1316
(02901) 445414

Diesel gefiltert: YPF
Perito Moreno 4788

Großer Supermarkt: La Anónima
Perito Moreno 1550
Kostenloser Taxi Service ab einem Einkauf von 500,‐Pesos

Teil 2 folgt 

   
   
   

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