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Anker

Der wichtigste Ausrüstungsgegenstand den wir auf unserem Schiff mitführen, ist wahrscheinlich der Anker!

Er sorgt für ruhigen Schlaf, wenn man ihm vertraut. Was oft vergessen wird: ein enormes Vermögen, häufig alles was man hat, hängt am unserem Ankergeschirr.

Hier zu sparen wäre nicht der richtige Platz.

Übers Ankern sind schon viele Bücher geschrieben worden. Es ist auch der Zustand den die meisten Schiffe auf „Langfahrt“ vorwiegend einnehmen. Eigentlich sollte es Langankern heißen.

Der Auswahl des Ankergeschirrs ist also große Sorgfalt zu widmen.

Wie in jeder Kette bestimmt auch hier das schwächste Glied die gesamte Festigkeit. Der schwerste Anker und die stärkste Kette sind nutzlos wenn das Verbindungsglied zwischen Anker und Kette unterdimensioniert ist.

Ein weites Spektrum an unterschiedlichen Ankerkonstruktionen ist auf dem Markt zu finden. Vom Gewichtsanker bis Plattenanker, verschiedene Konstruktionen, die mehr oder weniger vertrauenserweckend wirken, reicht das Angebot.

Viele Anker haben auf unterschiedlichen Ankergründen Vorteile gegenüber anderen Konstruktionen. Was wir benötigen ist ein Universalanker. Nur ist die „Eierlegende Wollmilchsau“ auch bei den Ankern noch nicht gefunden. Wer sich bei Langfahrtseglern umhört wird feststellen, dass sich wenige Fabrikate langfristig durchsetzen konnten. Eine zuverlässige Aussage, dass dieser oder jener Anker besser ist, lässt sich nicht treffen, da das Thema einfach zu komplex ist. Dazu kommt, dass nur wenige Segler regelmäßig ihren Anker wechseln und selten auf ein neues Produkt zurückgreifen. So sind kaum ausreichende Erfahrungen mit unterschiedlichen Ankern auf unterschiedlichen Ankergründen mit unterschiedlichen Bedingungen (Wind, Welle) zu machen.

Man greift wahrscheinlich besser auf ein bewährtes Produkt zurück und wählt im Zweifelsfall den schwereren Anker. Die häufigsten Anker die man an den Bügen der Tourenschiffe findet, sind (ohne Bewertung und Anspruch auf Richtigkeit) der ROCNA, der Bügelanker, der CQR, Bruce- und Fortressanker.

Einen guten Anker zeichnen drei Eigenschaften aus:

  • Er ist für möglichst viele Bodenbeschaffenheiten gut geeignet.
  • Er gräbt sich schnell ein - es ist wichtig, wenn er sich aufgrund einer Winddrehung ausgräbt dann muss ein schnelles wieder Eingraben erfolgen.
  • Bei zunehmender Belastung gräbt er sich tiefer ein (da ist die Seil- oder Kettenlänge von entscheidender Bedeutung)

Mindestens ein zweiter Anker, mit ähnlicher Haltekraft wie der Hauptanker ist zu empfehlen. Schon im Falle des Verlustes des Hauptankers. Passiert so etwas in sehr entlegenen Gebieten, ist an die Beschaffung eines Neuteiles meist nicht zu denken.

Ein leichterer Anker ist als Heckanker sinnvoll, wenn es nur darum geht dem Schwojen in der Strömung entgegen zu wirken.

Man kann kaum zu viele Anker mit sich führen. Wolfgang Hausner, der routinierte Segler der seit mehr als 40 Jahren auf dem Schiff lebt, hat einmal geschrieben, dass er von den schweren Sturmankern wenig hält und lieber mehrere kleinere Anker ausbringt. Ob sich die Last dann wie gewünscht gleichmäßig auf die Anker aufteilt kann man nur hoffen. Aber eine andere Überlegung steckt auch dahinter: wie bringe ich den Anker zurück aufs Schiff wenn die elektrische oder hydraulische Ankerwinsch ausfällt? Und wer will einen Anker mit mehr als 20 kg + Kettenvorlauf und Leine mit dem Dingi ausbringen und wieder einholen?

Die Frage nach Kette oder Leine kann man ruhig mit „Ja“ beantworten. Also beides.

Die Festlegung des Ankergewichtes, der Kettenabmessungen und der Verbindungsstücke sollten im Zweifelsfall durch die Hersteller erfolgen.

Der Hauptanker wird meist mit ausreichend Kette an einer elektrischen oder hydraulischen Ankerwisch gefahren. Handbetriebe Ankerwinschen sind bei kleineren Schiffen möglich. Aber wer nach einigen Versuchen den Anker noch immer nicht zufriedenstellend in den Grund gegraben hat lässt angesichts der Arbeit das ganze Ankergeschirr noch mal von Hand hoch zu hieven schon mal 5 gerade sein.

Eine motorbetriebene Wisch ist so betrachtet also durchaus ein Sicherheitsfaktor. Auch wenn man aufgrund einer überraschenden Wetteränderung schnell den Ankerplatz verlassen will ist eine elektrische/hydraulische Winsch kein Luxusartikel mehr.

Die Bestimmung ausreichender Kettenlänge ist abhängig vom Fahrgebiet, Schiffsgröße, Tiefgang.

Im Pazifik sind steil abfallende Küsten keine Seltenheit und Ankertiefen können durchaus 15 m und mehr betragen. Wenn man also die 5 bis 6 fache Wassertiefe als sichere Kettenlänge ausbringen will muss auch entsprechende Kettenlänge dabei sein. Eine gute Lösung ist die Verlängerung mit einer entsprechend starken Leine. Bei ähnlichen Bruchlasten sind Leinen deutlich leichter. Es ist aber zu gewährleisten dass die Leine nicht in der Tiefe an einem Korallenblock scheuert. Ein Anheben der Leine mittels eines oder mehrere Fender die an die Kette bzw. Leine geknüpft werden ist eine Möglichkeit dem entgegenzuwirken. Ein weiterer Vorteil der Leine ist die bessere Elastizität. Ein Einrucken bei Seegang wird so gemindert.

Eine Kombination Ankervorlauf mit Ankerleine sollte als Zweitanker möglichst einsatzbereit sein.

 
   
   
   

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