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Selbstbau - Kühlschrank auf Yachten

Ein Kühlschrank auf seiner Yacht ist nicht nur in den Tropen eine feine Sache.

Auch in kühleren Gegenden verlängert ein Kühlschrank die Haltbarkeit von Lebensmittel enorm. Man denke nur an Milchprodukte, die bei Zimmertemperaturen schnell verderben.

Dazu kommt, dass in kälteren Gewässern der Energiebedarf naturgemäß deutlich geringer ist.

Kombikühlschrank - Fassungsvermögen ca. 15l - nicht gerade ein Kühlschrank unserer BedürfnisseDie auf vielen Yachten werksmäßig eingebauten Kühlschränke finden einige Segler als nicht ausreichend. Entweder entspricht der Energiebedarf nicht den Wünschen, sein Fassungsraum ist zu gering oder der Kühschrank befindet sich schlicht am falschen Platz. Kurz, es gibt viele Gründe an einen neuen Kühlschrank zu denken. Erst recht wenn noch keiner vorhanden ist oder ein längerer Aufenthalt auf dem Schiff geplant ist. Ist die Entscheidung zur Neuanschaffung gefallen, gibt es 2 Möglichkeiten. Den Kauf oder den Selbstbau.

Wir möchten hier als Beispiel für den Selbstbau den Kühlschrank der SY-September, einem Prout Katamaran, heranziehen, welchen wir vor unserer Reise in das Schiff eingebaut haben.

Die erste Frage, die sich stellte, war der künftige Aufstellungsort. Er sollte möglichst in Nähe der Pantry sein, leicht erreichbar und als Toplader von oben zugänglich. Der Platz sollte darüber hinaus die gewünschte Füllmenge ermöglichen. Gleichzeitig muss genug Platz für eine ausreichende Isolierung sein. Auch Platz für das Kühlaggregat muss vorhanden sein. Idealerweise nicht zu weit von der Hauptbatteriebank weg um nicht zu dicke Kabel verlegen zu müssen vor allem aber gut durchlüftet um die entstehende Wärme ableiten zu können.auf einer Prout Snowgoose 37in der STB Achter Kabine

Die Wahl fiel auf eine (ungenutzte) Segellast in der STB - Achterkabine.

Als Nächstes war, unter Zugrundelegung der Informationen aus unserem ersten Beitrag zum Thema Kühlschrank, das Kühlaggregat festzulegen. Hier entschieden wir uns für ein luftgekühltes Aggregat mit Danfoss BD 50 F Kompressor, welcher eine bessere Energieausbeute verspricht. Als Kühlplatte im Kühlschrank setzten wir eine einfache Verdampferplatte ein. Die Wahl auf diese Konstellation fiel einerseits aus Kostengründen und andererseits aus Gründen der Einfachheit des Systems (beispielsweise keine Lüfter am Verdampfer oder zusätzliche Borddurchlässe bei Wasserkühlung).

Nun stellte sich die Frage nach dem Baumaterial des Kühlinnenraums. Nach einiger Recherche entschieden wir uns für Polyethylen. so entsteht die WanneKurz PE. Dabei handelt es sich um einen sehr verbreiteten Kunststoff. 29% der weltweit hergestellten Kunststoffe gehören zu Familie PE. Das Material ist milchig weiß und hat eine wachsartige Oberfläche. PE ist, wenn von UV Strahlen geschützt, enorm langlebig und resistent gegen fast alle Säuren und Laugen. Das macht es zum idealen, lebensmittelechten Baumaterial. Polyethylen lässt sich hervorragend mechanisch bearbeiten ist aber schwierig zu verkleben. Für den Deckel gibt es im Fachhandel vorgefertigte Profile und Plattenmaterialien. die Boxen sind aus dem gleichen MaterialDa kalte Luft schwerer ist als warme, und damit im Kühlschrank nach unten sinkt, ist die Isolierung im Deckelbereich nicht ganz so kritisch aber trotzdem sehr wichtig.

Bei Isoliermaterial griffen wir zu einfachem Bauschaum. Hier ist zu beachten, dass es sich um Schaum handelt, der während der Aushärtung nicht seine Form verändert – nachquillt! mit Fächer und BehälterDie PU Schaum Dosen gibt es in 2 Ausführungen. Mit einem Sprühröhrchen an der Druckdose oder für den Einsatz mit einer speziellen Sprühpistole. Mit dieser lässt sich wesentlich genauer arbeiten.

Die Innenausstattung besteht aus Boxen aus dem Küchenfachhandel mit Kunststoffschrauben (aus dem Baumarkt) aufgehängt.

Das neue Kühlschrankvolumen beträgt ca. 75 Liter.
Nun geht’s los:

Die Innenabmaße des künftigen Einbauortes bestimmen. Wir haben dazu einfach eine Papierschablone abgenommen und darauf, unter Berücksichtigung der geplanten Isolierschicht die Abmaße des Kühlschranks gezeichnet.

Die PE-Platten wurden in 2 Stärken beschafft. Die geraden Seitenwände 10 mm um Gewinde schneiden zu können und eine 2 mm Starke die elastisch genug ist, um die runde Form zu bilden. Das Material ist, wie gesagt mechanisch einfach zu bearbeiten, sodass die benötigten Werkzeuge, Bohrer und Gewindescheider, überall erhältlich sind. Die Abdichtung zwischen Seitenwand und Boden lässt sich mit Dichtungsband einfach durchführen. mit Leinen gesichertPraktisch ist, wenn man am tiefsten Punkt die Möglichkeit schafft, das Schwitzwasser abfließen zu lassen.

Die Bohrungen zum Einführen der Kühlleitungen und des Temperatursensors nicht vergessen. Auch Zwischenfächer und vor allem die zugehörigen Träger (beides ebenfalls aus PE Platten) helfen dem ganzen zu mehr Stabilität.

Das fertige Gehäuse haben wir nun mit Seilen in die ehemalige Segellast eingehängt und in dieser Position fixiert.

Nun wird der Schaum eingespritzt. PU Schaum benötigt zum Aushärten Wasser. Dies ist mit einer Sprühflasche möglichst gleichmäßig einzubringen. Nun vorsichtig von unten nach oben, acht gebend, dass sich keine Hohlräume bilden (diese verringern die Isolierwirkung) den Schaum verteilen.

Überstehender Schaum lässt sich mit dem Messer einfach abschneiden.

Zu Beachten ist, dass Schaum der irgendwo klebt, nur mit sehr aggressiven Lösungsmitteln entfernt werden kann. Deckel - Original - Aluminium beschichtetMan sollte also jene Stellen an denen der Schaum austritt mit Abdeckbändern schützen.

Den Schaum gemäß der Herstellerangaben aushärten lassen und dann die Haltevorrichtungen entfernen.

Nun den Deckel zuschneiden und einpassen. Das Zusammenpassen der Profile ist eine etwas knifflige Arbeit, da hier eine wichtige Dichtungsstelle ist. Deckel überzogen mit SpezialfolieWir haben den Deckel später noch mit einer Folie überzogen, da an den Aluminium Profilen die weiße Farbe abblätterte.

Ein Kunststoffgriff am Deckel erleichtert das zukünftige Öffnen.

Das Tüpfchen auf dem i ist eine über dem Kühlschrank angebrachte Leuchte die das Kühlschrankinnere bei Bedarf erhellt!

AggregatDer Einbau des Aggregates ist relativ einfach. Die komplette Einheit besteht aus dem Aggregat mit Kühlkompressor, Wärmetauscher und Steuereinheit auf einer Montageplatte und der Verdampferplatte. Die Verbindungen der schon mit Gas gefüllten Teile bestehen aus selbstschneidenden einmal - Schraubverbindungen.

Vor dem Zusammenschrauben also noch einmal alles prüfen! Werden die Verbindungen später geöffnet, muss ein Spezialist beigezogen werden, um das Gas wieder zu füllen.

Die elektrischen Zuleitungen sollten großzügig gewählt werden, da die Einschaltdauer von Kühlschränken je nach Fahrgebiet sehr hoch ist und alle Verluste in der Zuleitung entsprechende Auswirkung haben.

Caribein kühles BlondesDas erste Anschalten des Kühlaggregates führte bei uns zu einem ständigen selbstständigen Ein- und Ausschalten der Steuerung. Dies hat sich nach einiger Zeit von selbst gegeben und unsere Befürchtungen nach einem Einbaufehler waren unbegründet.

Schon nach wenigen Stunden konnten wir das erste kühle Bier aus dem selbst gebauten Kühlschrank genießen.

Unser Kühlschrank läuft nun schon seit vielen Jahren problemlos.
   
   
   

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