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Kühlschrank

Vorbei sind die Zeiten als der Kühlschrank auf Schiffen der pure Luxus war.

Nicht vorbei sind allerdings die Fragen der besten Lösung. Denn auch heute gehört der Kühlschrank zu den energiehungrigsten Geräten an Bord.

Um die Haltbarkeit von Lebensmittel wie Fleisch und Milchprodukte zu verbessern, sollte die Temperatur im Kühlschrankinneren weniger als +7 Grad Celsius betragen.

Wie bei jedem Verbraucher ist vor allem die Verringerung des Verbrauches das oberste Ziel.

Das heißt gute Isolierung, die Öffnung sollte nach oben erfolgen (Toplader) und im täglichen Betrieb soll der Kühlschrank sparsam geöffnet werden.

Wenn man sich den Kühlschrank selbst baut, hat man den Vorteil dass man die Stärke der Isolierung selbst bestimmen kann. Hier sollte möglichst großzügig vorgegangen werden. Isolationsschichten von mehr als 10 Zentimeter Stärke sind durchaus empfehlenswert.

Kalte Luft sinkt nach unten.

Selbstgebauter Kühlschrank - TopladerDas bedeutet, daß beim Öffnen der Kühlschranktüre der Großteil der kalten Luft nach außen „fließt“. Um das zu Vermeiden sind Toplader zu bevorzugen. Wenn hier der Deckel geöffnet wird bleibt der Großteil der kalten Luft im Kühlschrank.

Ein leerer Kühlschrank beinhaltet natürlich auch mehr Luft die entweichen kann als ein möglichst voller. Und ein großer Kühlschrank benötigt, aufgrund der größeren Oberfläche und der damit größeren Verluste, auch mehr Energie. Das alles sollte man bei der Planung seiner Kühlmöglichkeiten berücksichtigen. Einmal fertiggestellt und in Betrieb, kann man lediglich über die Temperatur im Kühlschrankinneren den Stromverbrauch noch beeinflussen. Der Haltbarkeit des Kühlgutes zuliebe sollte man aber Temperaturen zwischen +4 und +6 Grad Celsius anstreben.

Kühlschränke auf Schiffen funktionieren auf dem Prinzip der Kompressor/Verdampfertechnik.

Ein Kompressor komprimiert ein spezielles Gas. Die dabei entstehende Wärme wird über Kühlflächen an die Umgebung (Luft oder Wasser) abgegeben. Im so genannten Verdampfer der im Kühlschrankinneren angebracht wird expandiert das Gas und enzieht dabei der umgebenden Luft die Wärme (Fälschlicherweise und anders gesprochen: die Platte gibt Kälte ab). Es wird also tatsächlich die Wärme aus dem Kühlschrank herausgepumpt.

Für die Energielieferung gibt es 2 Möglichkeiten:

Den Antrieb des Kühlkompressors mittels der Hauptmaschine, oder den elektrischen Antrieb des Kühlkompressors.

Diese Frage ist ein Teil der übergeordneten Frage des generellen Energiekonzeptes. Wenn der wesentliche Teil der Batterieladung mittels der Lichtmaschine der Hauptmaschine erfolgen soll und damit eine Maschinenlaufzeit von z. B. 2 mal täglich 45 Minuten angestrebt wird, kann man an die Hauptmaschine auch einen Kühlkompressor anbringen der so genannte „Holding Plates“ abkühlt.

Holding Plates sind mit einer Salzlösung gefüllte Kühlplatten mit eingebautem Verdampfer die von einem Kompressor auf Temperaturen deutlich unter Null Grad Celsius abgekühlt werden und dann quasi als Kältespeicher fungieren. Sie können dann für mehrere Stunden die Temperatur des Kühlschrankes auf die gewünschte Temperatur halten.

Der Nachteil dieses Konzeptes ist, das man selbst wenn man in einer Marina liegt und an das Landstromnetz angeschlossen ist, die Maschine laufen lassen muss um den Kühlschrank zu betreiben. Wenn das Schiff an Land steht ist der Kühlschrank nur sehr umständlich zu betreiben da erst die Motorkühlung gewährleistet werden muss.

Der elektrische Antrieb des Kühlschrankes kann auch mit „Holding Plates“ kombiniert werden. Der Vorteil liegt darin, dass bei Energieüberschuss z.B. Motorstrecken oder Energieüberschuss aus Wind- und/oder Solarenergie, dieser Energieüberschuss direkt in die Kältespeicher fließt.

Die aus dem Kühlschrank herausgeführte Wärme muss auch möglichst schnell angeführt werden.

Am einfachsten geht's das über die umgebende Luft. Ein kleiner Wärmetauscher, der dem im Auto für die Motorkühlung dienenden ähnelt, wird von einem kleinen Lüfter gekühlt. Die umgebende Luft wird aufgeheizt. Das ist nicht immer gewünscht.

Eine andere Möglichkeit ist die Wärmeabfuhr ins, das Schiff umgebende, Salzwasser. Das verbessert die Kühlung und verhindert das Aufheizen des Schiffsinneren. Nachteil ist, daß die Wasserkühlung Gefahr läuft sich zu verstopfen (Quallen, Unrat) und ein Betrieb an Land nur möglich ist wenn für Kühlwasser gesorgt ist.

Einige findige Yachties haben die Wärmeabfuhr des wassergekühlten Kompressors einfach statt in den Seewasserkreislauf in den Trinkwassertank gelegt. Die Erwärmung des Trinkwassers ist vernachlässigbar und der Kühlschrank ist auch an Land problemlos zu betreiben. Außerdem besteht kaum Gefahr, daß sich der Kühlwasserkreislauf verstopft.

Um auch das Thema Tiefkühlung anzuschneiden, muss gesagt werden, das die Einschaltdauer des Kühlkompressors für einen normalen, gut isolierten Schiffskühlschrank (Luftgekühlt ohne Holding Plates) in den Tropen bei rund 50% zu erwarten ist. Das heißt das der Kompressor im Schnitt 12 Stunden täglich läuft. Dies ist bei der Berechnung des Energiebedarfes zu berücksichtigen. Wenn Tiefkühlung gewünscht wird, muss man davon ausgehen das der Kühlkompressor praktisch dauernd läuft und die dafür benötigte Energie bereitgestellt werden muss. Dies betrifft selbst kleine Kühlrauminhalte. Und die, für wirkliche Tiefkühlung erforderlichen, -18 Grad Celsius werden dabei meist nicht erreicht.

Tiefkühlung lässt sich also bei einem hauptsächlich auf Alternativenergien beruhendem Energiekonzept nur schwer realisieren.

   
   
   

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