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Sicher Ankern

Das sichere Ankern stellt für die meisten Gelegenheitssegler eine große Herausforderung dar, die häufig in unruhigen Schlaf mündet.

Selbst viele Besitzer einer Segelyacht bewegen ihr Schiff vorwiegend von einem Hafen zum anderen und kommen selten in die Situation das Schiff für längere Zeit vor Anker zu legen.

Ein rutschender Anker kann Katastrofen auslösen

Für Langzeitsegler ist das Ankern jedoch die häufigste Methode, das Schiff für einige Zeit sich selbst zu überlassen.

Wenn man Weltumsegler auf ihre Reise anspricht, was während der Reise am schönsten war, kommt meist einhellig die Aussage: „Das Leben vor Anker!“

Was für den Einen als notwendiges Übel erscheint, ist für den Anderen der Inbegriff der Freiheit.

Es gibt eine Reihe von Methoden zur Verwendung 2er Anker. In den meisten Fällen reicht aber ein Anker vollkommen aus, um sein Schiff in Sicherheit zu wissen.

In den neun Jahren unserer Reise war die Verwendung eines Zweitankers auf wenige Ausnahmefälle beschränkt. Im Zweifel suchten wir lieber einen anderen Ankerplatz auf.

Eine gute Planung ist der erste Schritt zum sicheren Ankern.

Ein guter Ankerplatz zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:
  • Er ist optimal geschützt
  • Eine ausreichende Wassertiefe
  • Gut haltender Ankergrund
  • Ausreichender Schwojradius

Ein Blick in die Seekarte oder den Revierführer gibt Aufschluss über die zu erwartende Situation, schon bevor wir den möglichen Ankerplatz erreichen.

Um Abschätzen zu können, ob der Ankerplatz über ausreichenden Schutz verfügt, müssen wir auch eine Wettervorhersage einholen und berücksichtigen. Werden Winddrehungen angekündigt so liegt man plötzlich auf Legerwall. Im besten Fall kommt denn nur der Schwell in die Bucht und man hat eine ungemütliche Nacht vor sich. Im schlechtesten Fall bricht der Anker aus und das Schiff geht auf Grund!

aber der Ankerplatz ist hier von allen Seiten gut geschütztDa auch die beste Wettervorhersage einen Wetterumschwung nicht ausschließen kann, ist man gut beraten auf alle Fälle einen ausreichenden Abstand zum flachen Wasser zu wählen, um im Falle des Falles noch ausreichend Zeit und Platz für ein Manöver zu haben.

Bei der Bestimmung des Ankerplatzes spielt die Wassertiefe eine entscheidende Rolle. Dabei darf man eventuelle Gezeiteneinflüsse nicht vergessen! Ein Blick in den Tidenkalender und auf die Uhr gibt Rückschlüsse auf die bevorstehende Entwicklung des Wasserstandes.

so war der Blick aus dem CockpitJe nachdem ob man Kette und/oder Trosse verwendet, sollte die gesteckte Länge bis zum Anker 4-6 fach (Kette) oder 8-10 fach (Ankertrosse) der Wassertiefe betragen. Inklusive der Bughöhe über der Wasseroberfläche! 

Im Normalfall sollte das Schiff nicht direkt am Anker hängen, sondern das Kettengewicht sollte die Wellenbewegungen abfedern. Damit schwingt man sanft und ohne lästiges einrücken in den Anker.

Ob einer Ankertrosse oder einer Kette der Vorzug zu geben ist, ist Geschmacksache beziehungsweise wird vom Revier bestimmt. Die Kette ist unempfindlicher gegen Korallen oder Felsen, eine Ankertrosse hingegen ist elastischer und reißt bei Schwerwetter weniger am Anker. Kombinationen aus beiden haben sich bewährt.

Als guter Ankergrund haben sich Schlamm, Lehm, Sand oder auch Mischungen aus daraus bewährt. Zu weicher Sand oder Sand, der auf festem Untergrund liegt, Felsen und grober Schotter, sowie stark verkrauteter Untergrund ist eher schlecht als Ankergrund geeignet.

Beim Erreichen des gewünschten Ankerplatzes solle man sich ausreichend Zeit nehmen, die Situation zu bewerten. Eine kleine Runde um den möglichen Ankerplatz, mit einem Auge am Tiefenmesser, ermöglicht einen guten Überblick auch für Situationen einer möglichen Winddrehung. Ist der Abstand zum Ufer ausreichend? Ist der Schwojradius zu den Nachbarliegern groß genug? Jedes Schiff schwojt unterschiedlich im Wind und nicht überall in einer Bucht muss die Strömung aus der gleichen Richtung kommen! Im Zweifel immer einen größeren Abstand wählen. Das hat schon so manches ungeplante nächtliche Ankermanöver verhindert!

ein Fender zum Schutz der KorallenDas Anfahren des geplanten Ankerplatzes erfolgt klarerweise immer gegen den Wind.

Bevor der Anker ins Wasser gelassen wird, sollte das Boot im Stillstand sein, also weder Fahrt nach vorne noch nach hinten machen. Den Anker auf Grund legen und das Boot vom Wind ausdrehen lassen. Unter Zuhilfenahme der Maschine langsam zurücksetzten und dabei Kette stecken.

Sehr hilfreich sind dabei Markierungen, die ein Abschätzen der gesteckten Länge ermöglichen.

Vor dem „Einfahren“ des Ankers sollte die Kette bzw. Trosse belegt werden, um den bevorstehenden Zug nicht auf der Ankerwinsch zu lassen.

Nun langsam die Drehzahl der Maschine im Rückwärtsgang bis auf Marschdrehzahl steigern. Mit einer Seitenpeilung prüfen, beispielsweise eine seitliche Relingstütze mit einer Landmarke in Deckung bringen, ob der Anker sicher hält.

Ist das Wasser warm und klar genug, kann mit einer Taucherbrille der Anker geprüft werden.

Nun sollte einer ruhigen Nacht nichts mehr im Wege stehen, selbst wenn das Wetter einmal nicht mitspielt.

Wenn man bei der Einfahrt in die Ankerbucht das GPS mitplotten lässt, findet man durch exaktes Nachfahren des Tracks, auch bei schlechten Wetterbedingungen und Sichtverhältnissen, leichter wieder hinaus in die sichere offene See.

man bedenke:

Ein leerer Ankerplatz ist oft keiner!

Das trifft zwar in einsamen Atollen nicht unbedingt zu, aber dort, wo sich viele Segler immer wieder begegnen, da sollte man sich vielleicht doch darüber Gedanken machen.

   
   
   

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