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Die Rettungsinsel

Die technischen Anforderungen an Rettungsinseln sowie Anzahl, Ausrüstung, Auslösevorrichtungen und Aufstellungsorte werden im Bereich der Berufsseeschifffahrt durch SOLAS geregelt.

Die Abkürzung SOLAS steht für - International Convention for the Safety of Life at Sea -  eine UN-Konvention zur Schiffssicherheit (Internationales Übereinkommen zum Schutz des menschlichen Lebens auf See) zur Rettung von Personen von einem in Seenot geratenen Schiff.

Die Rettungsinseln sind aus witterungsbeständigen, weichen, schwer entflammbaren Kunststoffen. Je nach Schiffstyp und -größe gibt es Rettungsinseln in verschiedenen Größen und Ausführungen.

In der Berufsschifffahrt werden die Rettungsboote vollbesetzt mittels Davits ins Wasser verbracht. Zudem gibt es Auslösevorrichtungen, die von einem bestimmten Wasserdruck an, z. B. beim Sinken des Schiffes, die Insel auslösen. In Verbindung mit maritimen Evakuierungssystemen, bei denen die Personen mittels Rutschen das Schiff verlassen, werden Rettungsinseln für bis zu 150 Passagiere eingesetzt. Diese Systeme besitzen teilweise offene Rettungsinseln, aber auch geschlossene.

Die Rettungsinseln für Langfahrtsegler haben nicht all diese Möglichkeiten. Dennoch ist mehr Sicherheit im Notfall durchaus möglich. Es gibt zusätzlich für die Rettungsinseln einen hydrostatischen Auslöser zu kaufen. Im Notfall wird der Auslöser die Rettungsinsel induzieren und  so für mehr Sicherheit sorgen. Erhältlich ist dieses Zubehör mit und ohne Solas Zulassung und der Kostenpunkt liegt dafür bei 100-200 Euro.

Und so funktioniert es:

Hydrostatischer Auslöser SolasHydrostatischer AuslöserIm Notfall wird ab einem bestimmten Wasserdruck, dank des hydrostatischen Auslösers die Rettungsinsel induziert. Der Auslöser Aktiviert sich bei einer Wassertiefe von 1,50 bis 4m. Der hydrostatische Auslöser wird durch Wasserdruck ausgelöst. Dann wird durch eine Mechanik die Befestigung freigegeben, die den Rettungsinsel-Container in der Halterung an Deck hält. Die Lösung der Leine vom Schiff erfolgt durch eine Sollbruchstlle am hydrostatischen Auslöser.
Der hydrostatische Auslöser soll eine Lebensdauer, nach Installation an Bord, von ungefähr 2 Jahren haben. Dies würde bedeuten, dass der Auslöser voraussichtlich mit jeder Wartung der Rettungsinsel getauscht werden müsste.

Etwas kostspielig vielleicht aber wer frägt beim eigenen Leben nach dem Preis?
Wie groß soll meine Rettungsinsel sein?

Die Größe der Rettungsinsel richtet sich zum einen nach den an Bord maximal zugelassenen Passagieren und zum anderen nach der tatsächlichen Crew. Auch sind die Vorschriften der verschiedenen Länder in denen man das Schiff registriert hat zu berücksichtigen.

Man sollte allerdings bedenken, dass eine 4 Mann Rettungsinsel nicht größer ist als ein 2 Mann Zelt.

Wir hatten eine 8 Personen Rettungsinsel auf unserer „ SY September ". Sie erschien uns nicht zu groß und nicht zu klein für 2 bis 4 Personen zu sein. Auch Proviant, Decken und vieles mehr, muss ja schlussendlich Platz finden und trotzdem noch so bequem sein, dass man sich noch ab und zu ausstrecken kann aber trotzdem im schweren Seegang nicht zu viel Bewegungsfreiraum bleibt. Die Ballastsäcke und der Treibanker gewährleisten Stabilität.

Nach SOLAS-Vorschriften sind nur 0,372 m² pro Person vorgesehen, um gegenseitiges Wärmen zu ermöglichen und um Verletzungen bei hohem Seegang zu vermeiden.
Aufbewahrung bzw. Montage der Rettungsinsel

Da Rettungsinseln recht schwer sind und mit einem Gewicht von knapp 20 kg (4Personen mit Tasche) bis 67 kg (8 Personen mit Container) auch schwer zu handhaben sind, sollte sie an einem Platz am Schiff verstaut sein den man leicht und rasch erreichen kann. Es gibt da mehrere Möglichkeiten wie zum Beispiel am Heck in einem Heckkorb oder direkt am Mastfuß. Bei einigen Katamaranen hat man die Möglichkeit geschaffen sie zwischen den Rümpfen, in einem eigens dafür geschaffen Platz, aufzubewahren. Auch bei einigen neueren Modellen von Einrumpfbooten gibt es einen Stauraum im Heck oder unter der Badeplattform.

auf unserer SY September - die Belastung am Heck hat uns aber nicht sehr gefallenwir haben die Rettungsinsel vom Heck - mittschiffs verlegtbei neueren KatamaranenMontage im Cockpitbei modernen Einrumpfer

Ausrüstung was sollte in der Rettungsinsel drinnen sein?

Die Ausrüstung der Rettungsinsel richtet sich nach dem Fahrtgebiet, für welches das Schiff zugelassen ist. Es gibt von Hersteller zu Hersteller kleinere Abweichungen die auch von der Größe und dem Revier abhängig sind.

Die Standard-Ausrüstung sollten Treibanker, schwimmfähiges Messer, Leine und Paddel sein. Alle Notfallpakete die gemäß SOLAS ausgerüstet sind sollten mit Fallschirm-Raketen, SOLAS-Handfackeln, SOLAS-Blinklicht mit extra Batterien und Leuchmittel, Trillerpfeife, USCG/SOLAS-Signalspiegel, Luftpumpe, Leckstopfen bestückt sein. Zusätzliche Ausrüstung sollte beigelegt sein, wenn lokale Vorschriften oder andere Anforderungen bestehen.

Inhalt des Standard Notfallpaketes in der Rettungsinsel

Küstenschifffahrt (ISO 9650-2)
Hochseeschifffahrt (ISO 9650-1)
Was muss ich sonst noch für den Notfall vorbereiten?

  • Dinghy, Motor und Benzin
  • Rettungsinsel
  • Treibanker falls nicht in der Rettungsinsel vorhanden
  • Fernstecher
  • Blitzlicht und Rettungsring
  • Spiegel
  • Messer
  • Angelzeug
  • Ersatzbatterien
  • Handfunkgerät  plus Batterien
  • Kurzwellenempfänger plus Batterien
  • Iridium- oder Mobiltelefon plus Ersatzakku
  • Signalpistole, Signalhorn, EPIRB
  • Camping - Gaskocher
  • Feuerzeug
  • Zündhölzer
  • Bootshacken
  • Schöpfkelle
  • Tauchermaske
  • Arbeitshandschuhe
  • Schwimmfähige Taue und Segelgarn
  • vorbereitete Notsäcke mit Kleidung Decken und Medizin mitnehmen
Inhalt der Notsäcke und Proviant
  • Wasser – am besten in vorbereiteten Kanister nur zu 2/3 gefüllt aneinander an Leinen festgemacht, damit sie auch schwimmfähig sind und im Notfall bei Platzmangel hinter der Rettungsinsel hergezogen werden können.
  • Lebensmittel - Dosen mit viel Flüssigkeit
  • Konservendosen mit Gemüse und Fertigspeisen, Fisch usw.
  • Trockenfrüchte
  • Honig
  • Marmelade
  • Kondensmilch
  • Fruchtsäfte usw.
  • Kekse, Brot usw.
  • Alles was noch an Obst und Gemüse am Schiff vorhanden ist.
Wie wird die Rettungsinsel aktiviert?

Die Rettungsinsel muss per Hand über Bord gebracht werden und durch Zug auf die Auslöseleine aktiviert werden. Die Auslöseleine muss unbedingt am Schiff befestigt werden. Alternativ kann sie, wenn sie einen hydrostatischen Auslöser hat, bei einem sinkenden Schiff automatisch während des Sinkvorgangs aktiviert werden.

Serviceintervall der Rettungsinsel am Schiff - was ist dabei zu tun?

Die Lebenszeit einer Rettungsinsel verlängert sich und die Funktionssicherheit bleibt erhalten, wenn sie nach den Herstellervorgaben regelmäßig geprüft wird. Den Intervall kann man auf dem aufgebrachten Aufkleber und der Betriebsanleitung nachlesen. Es ist vor allem aber auch darauf zu achten, dass die beigepackte Notfallausrüstung in einem Top Zustand ist und auch falls Batterien beigepackt sind, nichts an ihrer ätzenden Batteriesäure ausgelaufen ist. Für diesen Zweck gibt es Spezialbatterien.

Serviceintervall und Wartung von Rettungsinseln von Prüfgesellschaften:

Rettungswesten und -inseln müssen in regelmäßigen Abständen gewartet werden. Die regelmäßige Wartung der Rettungsinsel bedarf ganz besonderer und keinesfalls nur produktspezifischer Aufmerksamkeit und Sorgfalt.

Jede Rettungsinsel hat eine vom Hersteller vorgeschriebenen Wartungsintervall, der unbedingt eingehalten werden muss.

In der Wartung für Rettungsinseln sollte unbedingt enthalten sein:
  • das genaue Überprüfen des Allgemeinzustandes der Rettungsinsel
  • die Rettungsinsel sollte unbedingt im aufgeblasenen Zustand auf Dichtheit überprüft werden.
  • der Ersatz von Teilen wie z.B. Dichtungen, Abdeckbänder, Lebensmittel, Wasser, Signalmittel, Taschenlampen, Batterien usw..
  • das Verpacken der Insel in Vakuumbag und die ursprüngliche Verpackung (Container oder Tasche).
  • In der Wartung für Rettungswesten sollte unbedingt enthalten sein:
  • einen 16 stündigen Dichtigkeitstest des aufgeblasenen Auftriebskörpers
  • die Wasserprüfung der Automatik
  • die Prüfung der Auslöseautomatik
  • die Prüfung des Mundventils
  • das Einsetzten neuer Dichtungen
  • die Kontrolle der C02-Patronen
  • eine allgemeine Sichtprüfung - insbesondere des Gurtsystems
Beispiel einer Überprüfung unserer 8 Personen Rettungsinsel in Panama

der Container wird geöffnetdas Ventil wird an einen externen Druckluftanschluss befestigtDruckluft wird in die Schläuche gefülltdie Dichtheit der Insel wird überprüftder Innenraum der Rettungsinsel

Checkliste für Notfall an Bord

Wann verlassen wir das Schiff und was ist zu tun?
  • Rettungsinsel Vorbereiten und am Schiff festbinden.
  • Dinghy inkl. Motor nach Möglichkeit auch an der Rettungsinsel anbinden.
  • EPIRB Auslösen, zum Mitnehmen vorbereiten und einen Mayday absetzen.
  • Die vorbereiteten Notfallpacks in Dinghy und Rettungsinsel räumen.
  • Logbuch, Karten und Papiere so gut wie möglich wasserdicht verpacken und von Bord des Schiffes bringen.
  • Etwas Schreibzeug sollte man auch mitnehmen damit man während der Wartezeit in der Rettungsinsel die Ereignisse notieren kann.

Die Leinen zur Rettungsinsel erst kappen wenn wirklich keine Hoffnung mehr besteht und das Schiff wirklich untergeht bzw. Brandgefahr für die Rettungsinsel und das Beiboot besteht.

Es sind schon viele Schiffe ohne Crew an Land getrieben und gefunden worden - aber die dazugehörige Rettungsinsel war spurlos verschwunden.

Deshalb „Nicht zu früh loslassen“ - man hat meistens mehr Zeit als man glaubt.

am Riff ausserhalb der Vuda Point Marina

die Crew konnte sich selbst  rettendie Rettungsinsel war nach wenigen Stunden ziemlich zerstört

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