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Smartphone und Tablets an Bord

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ein Beitrag von Skipper Udo

AppleEs ist gerade mal 18 Monate her, dass Steve Jobs das iPad vorstellte. Wurden Tablets anfangs noch als teures Spielzeug belächelt, verkaufen sich iPad, Galaxy Tab, Viewpad & Co. inzwischen wie geschnitten Brot. In den USA und England steht das iPad 2 ganz oben auf der Wunschliste der Teenager.

AndroidAber nicht nur bei den Teenagern wurde die Welt der elektronischen Darstellung umgekrempelt. Auch die Navigation auf See ist ohne weiteres damit möglich.

Da ich nicht 2 Märkte bedienen kann, habe ich mich für Android von Google entschieden. So z.B. schaut mein Startbildschirm für Android auf einem Galaxy Tab 7“oder einem LG Android Mobil Telefon aus.

Mit X habe ich markiert, was auf diesem SeeNavigationsBildschirm nicht nötig ist. Klar ist das eine sehr persönliche Sache – sie sollen ihr Gerät einrichten, wie sie mögen. Da ich parallel mehrere Softwares auf verschiedenen Geräten im Seeeinsatz habe, sind es bei mir mehrere Schnellstarticons. Wirklich nötig ist aber nur:

Tabletcomputer


    1. Seekartenplotter
    2. Ankeralarm
    3. Wetterinfo
    4. GPS Testwerkzeug
    5. Evtl. der Nachthimmel

Auf der SEA NavCD sind die dazu nötigen Anleitungen im Ordner ..\Phone Apps ausführlich in Deutsch erklärt. 

55.000 apps (Applikationen = Programmanwendungen) im AppleStore und fast 30.000 im AndroidMarket hört sich dramatischer an, als es ist. Der nautische Sektor ist noch überschaubar. Man kann das Wetter 5x herabladen – besser wird es dadurch nicht. Dasselbe gilt für einen Kartenplotter. Klar können wir uns mehrfach auf Karten darstellen und sind begeistert (oder nicht) über die diversen Darstellungswerte unserer Jacht.

Im Internet und den Jachtzeitschriften wurde ausführlich darüber berichtet, welche Vor- und Nachteile diese neue Generation von Geräten an Bord mit sich bringt. Solange man damit nicht baden geht, oder sie am Steuerstand in die grelle Sonne stellt, sind die Geräte absolut bordtauglich.

Kartenplotter für PocketPCSie benötigen einen Bruchteil des Stroms eines PC oder Netbooks und können durch eingebautes WLan (kabelloses Internet) oder G3 (der Datenstandard für Mobiltelefonie) als Telefon, Internetbrowser oder Email und soziale Netzknoten (Facebook, Twitter…) genutzt werden. Bei mir waren beide über 6 Monate auf See – mehr als 3.000 Seemeilen.

Der Vollständigkeit halber wurden die älteren Softwareteile für PocktPC oder Smartphones mit dem Betriebssystem WinCE / Mobil im gleichnamigen Ordner auf der CD ..\Phone Apps beibehalten. Diese Geräte haben noch lange nicht ausgedient, wie bei der Durchsicht der möglichen Anwendung aufgezeigt wird.

Leider nicht umsonst war der aufwendig gemachte OziCE, dagegen der simple Kompass (kostenlos) mit einem sehr gut funktionierenden Ankeralarm überzeugt. Möchten sie kostenlose Karten aus dem Internet für den Offlinebetrieb und diese auch für die Androidsoftware Androzic einsetzen (s. weiter unten) – lesen sie die Anleitung von Noni GPS Plotter durch.

Nun aber zum Androidgerät!

NavionicsDie Parade Software dürfte dabei Navionics sein. Sie stellt die Jacht auf topaktuellen Seekarten bis in den Marinahafen dar. Auf Wunsch gibt sie Auskunft über Tiden, Strom, Informationen zu Seezeichen und Feuer und stellt den Wind auf der Karte dar.

Mit den Koordinaten kann zum GPS Signal ein Foto gemacht werden und die Reservierung einer Marina geht per Telefon aus der Software heraus. Genau beschrieben in der Anleitung ..\Phone Apps\Navionics how2do.

Marine NaviAndrozicGefällt ihnen diese Darstellung nicht und sie sind mehr auf Papierseekarten (digitalisiert) Zuhause – nutzen sie die Amtl. Seekarten (Format bsb/kap) der Seekarten DVD mit den Softwares Marine Navigator Lite oder Androzic.

AnkeralarmSicher ankern ist manchmal wichtiger als der Versicherungsschutz – die Software „My Anchor Watch“ schlägt an, wenn sich das Boot dramatisch vom Anker fortbewegt (oder diesen mitnimmt). Sind sie beim Essen an Land – schickt sie eine SMS (natürlich ist dafür ein zweites Handy nötig).

Ob das GPS auch geht, wird mit GPS Test geprüft. Das ist der wirkliche Haken der Apple und Google Geräte. Sie beziehen den nötigen GPS Almanach per Internet (nötig ca. alle 4 Tage) – ist das Gerät im Dauereinsatz merkt man das auch auf offener See nicht. Schaltet man aber sein Handy ohne Internetverbindung nach 5 Tagen erst wieder ein – können Stunden vergehen, bis ein Fix errechnet wird – soviel zum Backup.

Zum Schluss benötigen wir zur Planung und während des Sportbootausflugs passende Wetterinformationen. Die Großwetterlage erklärt der DWD per Internet. Die GRIB-Files (genauer erklärt im Ordner ..\Wetter\Wetter an Bord.pdf) sind unser Planungswerkzeug für längere Schläge und mit Windguru erhalten wir die aktuelle und zukünftige Witterungssituation an der Küste.
Wetterkarte von WindguruWetterinformationen

Ist ihnen nach dem Sundowner der erste Stern aufgefallen? Nun meist ist es Venus (und kein Stern), der da im Westen aufleuchtet – aber wie heißen all die anderen Sterne, die nun langsam auftauchen? Live (das GPS läuft ja) wird der Sternenhimmel mit Google Sky Map am Horizont aufgespannt – man muss nur durch den Bildschirm (quasi dran vorbei) spitzeln. Aber dies ist bereits ein romantisches Segelgimmick und hat mit „Navigation an Bord“ schon nichts mehr zu tun. 

LogbuchLogbuch Weit wichtiger (und gesetzlich auf Jachten mit Deutscher Flagge vorgeschrieben) ist ein Logbuch. Suche bei Google = Android Logbuch Sail. Auch das gibt es für die Smartphones. Ein bisschen Übung mit dem Gerät und man kann sich wieder dem wichtigen widmen – dem Segeln. Zumindest an segelfreien Tagen werden wir die Jugend verstehen, was wir da für ein herrliches Digitalspielzeug in der Hand halten und anstarren. 


Ein wichtiger Hinweis zum Schluss. Falls ein Tablet mit 7 oder 10 Zoll Bildschirm genutzt werden soll, ist es wichtig auf den G3 Status (TelefonSimCard) zu achten. Bei diesen Geräten ist ein AGPS-Chip eingebaut – dieser benötigt min. alle 4 Tage einen Almanach aus dem Internet und präzisiert seinen Standort über die Sendemasten der Telefonanbieter. Geräte, die nur mit WLan ausgerüstet sind, haben schlechteren oder gar kein GPS Fix auf See.

Dazu - Fair winds
Skipper UDO
Text und Bilder 

   
   
   

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