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SY Drifter - Eine tragische Geschichte

Details

Ein Bericht der SY September

Die Segelyacht Drifter und ihre Crew haben wir in Panama kennen und schätzen gelernt. Gemeinsam haben wir mit der Segelyacht Galathe die Tragödie um Coby's Gesundheitszustand erlebt, haben im Pazifik aber auch viele schöne Stunden in traumhaften Atollen verbracht. Wie alles begann!

die FlatsWir erreichten den Ankerplatz am Eingang des Panamakanals, den sogenannten „Flats“ schon einige Wochen vor dem geplanten Transittermin. Der Grund waren unsere Linehandler, die extra aus Österreich anreisten, um mit uns gemeinsam das Abenteuer „Panamakanal“ zu bestehen.

das MahagoniriffAn diesem Nadelöhr treffen sich viele Segler auf dem Weg in den Pazifik wieder. Alte Freundschaften werden erneuert und neue geschlossen. Wir hatte Zeit und so gingen wir manchmal in den, heute leider nicht mehr existierenden, Panama-Kanal-Yachtclub. An der berühmten Theke, dem sogenannten „Mahagoni Riff“ stranden seit Segler-Genarationen die Skipper der Yachten. Hier haben schon die Legenden wie Hiscock, Tabarly, Koch, Schenk, Sedlacek, Erdman und viel mehr ihren Sundowner genossen.

Hier trafen wir das erste Mal auf Coby und Arnold von der holländischen SY Drifter. Wir fanden die beiden vom ersten Moment an als angenehme Gesprächspartner und das dürfte auf Gegenseitigkeit beruht haben. Sie erzählten uns von ihrer langen Freundschaft mit einem österreichischen Seglerpaar mit dem Sie seit Venezuela viele Strecken gemeinsam abgesegelt sind.
KanaltransitAuch die Crew der „SY Galathe“ lernten wir kurz darauf kennen, nicht wissend, dass wir noch eine lange, gemeinsame und schöne Zeit vor uns haben.

Der Kanaltransit riss die kleine Gruppe vorerst auseinander. Wir waren im Februar die Ersten von uns Dreien, die in den Pazifik kamen.

Blick vom HospitalEigentlich wollten wir bald weiter, aber Probleme mit Gaby Zähnen zwangen uns, den Pazifik noch ein Jahr warten zu lassen. Wir waren schon in den Las Perlas und startklar, als wir uns entschieden umzukehren und die erforderlichen medizinischen Schritte in Panama City einzuleiten.

Im Ankerplatz von La Playita de Amador trafen wir die SY Drifter und die SY Galathe wieder. Die beiden Segelschiffe planten erst nach Süden, vorbei an Kolumbien, nach Ecuador zu fahren.

Das HospitalWenige Tage vor ihrem Start klagte Coby über Bauchschmerzen. Diese wollten seit Tagen nicht verschwinden und so empfahlen wir, das private Krankenhaus „Hospital Paitilla“ aufzusuchen. Die Versorgung in privat geführten Kliniken ist in Panama ist ungleich besser als in den öffentlichen Krankenhäusern. Die Untersuchung ergab „akute Gallensteine“.

Diese sollten per Sonde entfernt werden. Bei dem Eingriff wurde die Bauchspeicheldrüse verletzt – was häufig vorkommt, und diese entzündet sich. Aus der relativ einfachen Sache entwickelte sich in kurzer Zeit eine lebensbedrohliche Situation für Coby. Sie fiel ins Koma und kam auf die Intensivstation.

Das Krankenhaus verlangte in kurzen Abständen die Begleichung der Rechnungen, welche immer mehrere Tausend US$ Dollar ausmachten.

Die logische Reaktion war das Krankenhaus mit der Reisekrankenversicherung kurzzuschließen. Diese Gruppen Versicherung war vom Trans Ocean e.V. in Cuxhafen vermittelt und die Zahlungen abgewickelt worden.

Die Versicherung teilte Arnold mit, dass der Gruppenvertrag mit dem Trans Ocean e.V. seit einiger Zeit aufgelöst ist und somit, von seitens der Versicherung, kein Versicherungsschutz besteht. 

Eine Rückfrage beim TO-Trans Ocean e.V. bestätigte die niederschmetternde Aussage der Versicherung. Der Einwand, dass man die Beiträge regelmäßig an den TO überwiesen hat wurde von einem unfreundlichem, überheblichen und herablassenden Vorstandsvorsitzenden Bernd Luetgebrune zurückgewiesen.

Arnold wurde der Lüge bezichtigt und musste unverrichteter Dinge auf die SY Drifter zurückkehren und um das Leben seiner Gattin bangen.

Nicht wissend, wie lange der Krankenhausaufenthalt dauern würde und ob die Ersparnisse überhaupt ausreichen würden.

Mit der Ungewissheit im Nacken: „Was passiert, wenn ich nicht mehr in der Lage bin, die Rechnungen zu begleichen?“

Die Familie reiste an und besuchte Coby im Spital um sie vielleicht noch ein letztes Mal zu sehen.

Gemeinsam versuchten wir abends, die Familie Lelijveld auf andere Themen zu bringen und die Gedanken abzulenken.

Unmittelbar nach dem Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden des TO-Trans Ocean e.V. besuchten wir die Webseite des TO und fanden nach wie vor das Angebot der Krankenversicherung. Wir sicherten diese Seite.

Wenige Tage später waren alle entsprechenden Beiträge geändert bzw. gelöscht.

Was blieb ist die moralische Stütze der Segler am Ankerplatz.

Selbstverständlich mangelt es nicht an Ratschlägen wie „Schalt einen Rechtsanwalt ein“.

aber Arnold hält noch hinterm Berg. Coby soll noch nicht erfahren was passiert ist.Aber man muss sich in die Situation von Arnold versetzten: „Du traust dich schon nicht mehr ans Telefon, weil du die schlimmsten Nachrichten aus dem Krankenhaus erwarten musst, bist in Lateinamerika (deine Aufenthaltsbewilligung läuft zu allem Überfluss aus), das Geld wird rapide weniger.

Der TO Vorsitzende ist Rechtsanwalt. Arnold müsse, in einer Fremdsprache klagen, die er nur begrenzt beherrscht. In einem fernen Land und, so wie's in diesem Moment ausgesehen hat, ohne finanziellen Rückhalt.“

Das Schicksal hat nach ca. 6 Wochen ein Einsehen. Cody befindet sich auf dem Weg der Besserung.
Coby - schwer gezeichnet von den StrapazenExtrem geschwächt kann Coby bald darauf auf die SY Drifter zurückkehren. Das Glück über die Genesung lässt Arnold zögern Coby mit der finanziellen Tragödie zu konfrontieren. Da die Aufenthalsbewilligung in Panama abläuft, ist nicht mal mehr Zeit Coby's vollständige Wiederherstellung abzuwarten. 

Die SY Drifter macht sich auf den Weg und folgt der schon einigen Tage vorher abgereisten SY Galathe nach Ecuador.

Gebutstagsfeier in GambierWir selbst bleiben noch bis zum darauffolgenden Jänner in Panama.

Als wir im März 2009 die zu französisch Polynesien gehörenden Gambier Inseln erreichten, war die Freude groß, die SY Drifter am Funk zu hören. Die beiden lotsten uns im letzten Büchsenlicht auf den Ankerplatz in Rikitea.

Vergessen sind die Strapazen der 24-tägigen Überfahrt. Wir saßen an diesem Abend noch lange zusammen, haben frisches Obst von den Beiden bekommen und wir erzählten uns die Erlebnisse der letzten Monate.

Gemeinsam feierten wir Gaby's Geburtstag mit einem Grillfest auf dem Motu Totegegi und besuchten die Vorbereitungen zu einem großen Tanzfest, welches in Tahiti stattfinden sollte. Gambier InselnWir beschlossen die Tuamotus gemeinsam zu durchsegeln.

Diesmal verließ die SY September als erste den Ankerplatz und machte sich auf den Weg nach Hao. Dies sollte unser erstes Atoll werden. Vorbei am legendären „Atomwaffen Versuchs Atoll“ Mururoa, erreichten wir nach 7 Tagen Hao.

2 Tage später lief auch die SY Drifter ein. Hao war ursprünglich der Versorgungsstützpunkt für Mururoa. Entsprechend gut ausgestattet ist das Atoll. Ca. 2000 Einwohner sorgen unter anderem auch dafür, dass die Supermärkte gut sortiert sind.

SY Drifter unterwegsZu viert schwelgten wir in frischem Baguette und Aufschnittplatten mit Wurst, Schinken und Käse, wie der sprichwörtliche „Gott in Frankreich“. Wir machten gemeinsam einige Tauchgänge und planten das nächste Ziel.
Tahanea, wir kommen.

Nach 2 Tagen traumhaften Segelns erreichten die SY September und die SY Drifter das meist unbewohnte Atoll Tahanea.

Wenn wir an eine der vielen wunderbaren Ankerplätze unsere Reise einen besonderen auswählen müssten, dann fiel die Wahl auf Tahanea.

2 Yachen ankern alleine in kristallklarem Wasser, in großzügigem Abstand um die Privatsphäre zu erhalten, teils jeder für sich, oft gemeinsam, fast immer perfektes Wetter. Tauchen mit Gaby & Arnold am AussenriffUnzählige Tauchgänge und dabei schmackhafte Fische als Nebenprodukt.

Unvergesslich die geräucherte „Spanische Makrele“ auf der SY Drifter und 3 Wochen mit den wohl angenehmsten Ankerplatznachbarn.

Dann läuft SY Drifter nach Fakarava aus und wir müssen schnell nach Tahiti. Hans hat eine Gesichtslähmung die eine rasche ärztliche Behandlung erfordert.

Coby und Arnold laufen einige Tage später in den Ankerplatz der Marina Taina in Faa'a ein. Hans kann wieder beidseitig lachen und wir verbringen noch einige schöne Tage gemeinsam mit Coby & Arnold.

Nun kommt wieder einmal der traurige Teil des Abschiednehmens im Leben eines Langfahrtseglers!

Wir möchten weiter nach Westen eventuell hinauf in die Solomonen und SY Drifter möchten 2 Jahre bei Verwandten in Neuseeland verbringen, um ein wenig Geld sparen zu können. So trennen sich unsere Wege in Tahiti.SY Drifter - unterwegs

Der TO-Trans Ocean e.V. hat eine unruhige Zeit vor sich. Ende 2011 werden Teile des Vorstandes personell neu besetzt. In den darauf folgenden vereinsinternen Querelen werden Coby und Arnold ins Rampenlicht gespült. Sie werden zum Symbol für die Frage nach Änderungen im alteingesessenen Verein.

Wie wir die Beiden kennen behagt ihnen die Situation nicht unbedingt. Sie bevorzugen die ruhige und eher bescheidene Lebensart.

Aber sie haben den Überlebenskampf von Coby und Stürme in Neuseeland überstanden. Sie werden auch den aktuellen Rummel um sie bewältigen. Denn sie sind stark und sie wissen, dass sie Freunde haben!

Wer den Beiden gerne helfen möchte, ist herzlichst eingeladen uns zu kontaktieren. 

Danke für die wunderbare gemeinsame Zeit.
Gaby und Hans
SY September

   
   
   

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